Worum es mir heute geht, um nicht um den heißen Brei zu reden, ist die Ergreifung von Initiative beim Flirten, Ansprechen, Anschreiben, Aufgreifen sexuellen Interesses.
Ist es denn wirklich so, dass viele Frauen lieber ihren Gegenüber die
Initiative ergreifen lassen? Aber auch im Umkehrschluss frage ich mich:
Gibt es nicht auch Männer, die es angenehmer fänden, angesprochen zu
werden? Ich glaube nämlich, bequemer ist es allemale, wenn man die
Person ist, auf die zugegangen wird. Oft ist man ja doch ängstlich
davor, einen Korb zu kriegen. Und die Möglichkeit gibts ja immer wenn
man die Person ist, die die Initiative ergreift.
Ich glaube nicht, dass ich da speziell bin, sondern dass es sich um
etwas handelt, was mit allgemeinen Verhaltensvorstellungen nicht einher
geht, bzw. noch nicht "in der Mitte der Gesellschaft" angekommen ist.
Zumindest werde ich häufiger darauf angesprochen, dass das so nicht
gängig ist.
Da ist es bei mir eben eher so, dass ich gerne Impulse setze und von mir aus eine Interaktion beginne. Zumindest eben bis zu oder ab einem einem gewissen Punkt. Da gibt es ja nun auch kein Raster für, wie so eine Interaktion ablaufen muss. Aber ich finde es toll und auch angenehmer, von mir aus Interesse zu bekunden. Sei es direkt oder über schüchterne Umwege. Jedenfalls gibt es Personen, die ich attraktiv finde, und da bleibe ich auf die ein oder andere Art am Ball.
Ehrlich gesagt ist es mit beim Weggehen wirklich noch nie passiert, dass ich von Männern angesprochen wurde, die mich auch wirklich ansprachen oder gar überwältigten. Statt Johnny Depp eben eher der Howard Wolowitz. Es ist mir fast ein wenig unangenehm, Körbe auszuteilen, auch wenn es nunmal dazu gehört. Aber schön finde ich das nicht.
Ich mag es nicht, aufgegabelt zu werden. Lieber schaue ich mich um und entdecke jemanden, der mich irgendwie reizt und beginne ihn kennen zu lernen. Oft weiß man ja schon nach wenigen Augenblicken, dass man früher oder später gerne mit der Person Sex hätte. Doch wozu die Eile? Und warum nur den halben Spaß? Es ist schön, Menschen kennen zu lernen, Eigenarten, Eigenschaften heraus zu kitzeln um dann letzten Endes mit mehr als einer ansprechenden äußeren Erscheinung Vergnügungen zu teilen.
Ich lasse mir gerne Kontaktdaten geben, lieber als dass ich meine eigene Nummer rausgebe. Auf meine Zuverlässigkeit kann ich nämlich bauen. Und ich schreibe oder rufe dann gerne an und warte nicht darauf, dass sich jemand bei mir meldet. Vielleicht bin ich in der Hinsicht nicht so geduldig. Aber ich finde es auch nicht schmeichelhafter oder führe mich begehrter, wenn ich auf eine Rückmeldung warte, als wenn ich das Unterfangen selbst in "Angriff" nehme und auf positive Resonanz stoße. Schöner finde ich daran, dass ich die Zügel in der Hand habe, mich nicht von anderen Personen abhängig mache. Warum sollte ich mich aktiv in den Möglichkeiten, die ich habe, an das zu kommen, was ich will, beschneiden?
Ich meine aber, dass es sich hierbei nicht um eine geschlechtsspezifische Differenz handelt, sondern eben um eine Praktik die sich über Jahre und Jahrhunderte eben etabliert hat, der zufolge um "die Frau" geworben wird. Unabhängig davon, ob es für "den Mann" nicht auch tendenziell angenehmer wäre, selbst umworben zu werden.
Wie schaut es bei Euch aus? In welcher Art und Weise ergreift Ihr die Initiative? Gefällt es Euch besser, angesprochen zu werden, oder selber aktiv zu sein? Und warum?





