Dienstag, 30. September 2008

Auch Frauen mögens heiß


Wenn man an Frauenzeitschriften denkt, so fallen einem dutzende von Titel ein, mal im DIN-A 4 Format, mal im praktischen "Handtaschenformat", immer hochglanz und aus dem Ei gepellt. Frauenzeitschriften beschäftigen sich hauptsächlich mit der Bewerbung von Konsumgütern aus dem gehobenen Mainstream. Meist geht es hierbei um Mode, Kosmetik und Geschmeide. Desweiteren vermitteln die Magazine Beautytips, Sextips, wie man es dem Mann richtig besorgen kann und irgendwelche Lifestylegeschichten, wie man im "Job" erfolgreich wird. Viel Text gibt es in den meisten Magazinen nicht. In einigen aber schon ein wenig geben den Fotostrecken kommender Modekollektionen.

So viel dazu.

Seit neustem gibt es eine weitere Frauenzeitschrift im Presseladen des Bahnhofes. Diese Zeitschrift trägt den näckischen Titel "Alley Cat" und ist ziemlich neu. Schaut man sich das Magazin von Außen an, so fällt einem auf, dass das Deckblatt von einem recht kunstvoll in Szene gesetztem Frauengesicht geziert wird. Auch wenn diese Darstellung sehr ansprechend ist, einen erotischen Touch hat, deutet nichts darauf hin, dass wir mit diesem Hochglanzmagazin ein ganz frivoles Früchtchen in den Händen halten. Denn die "Alley Cat" ist Deutschlands erstes Erotikmagazin für die Frau. Zu finden - zumindest im Kölner HBF- bei den Modezeitschriften.

Mode, Wellness und Beauty wird in der "Alley Cat" auch thematisiert. Allerdings auf einem ganz anderen, alternativeren, sinnlicheren Level, als in gängigen Modezeitschriften. Das Make-Up eines perfekten Pin-Up Girl ist nichts allzu alltägliches. Genau so wenig, wie eine elegante Modekollektion ganz aus schwarzem und weißem Latex, wie sie von einer berliner Modedesignerin kreiert wird. Und doch sind das die Dinge, die mich weit mehr interessieren, als die Standardmode, die Standardschminktips in anderen Magazinen.

Wichtiger ist noch, dass in der "Alley Cat", die "Entertainment for Her" verspricht, die Sexualität der Frau in den Mittelpunkt rückt. Eigentlich könnte man denken, dass dies logisch ist, schließlich ist es ja eine Frauenzeitschrift. Doch Adlerauge, sei wachsam! Wenn wir uns nach links und rechts umschauen, ein Augenmerk auf andere Frauenzeitschriften richten, so fällt und auf, dass dort, wenn Sex ein Thema ist, die perfekte Liebhaberin die hingabungsvolle Sklavin der Lust ihres Mannes zu sein hat. Schließlich werden nur Tips vermittelt, wie man es IHM am angenehmsten macht. Es hält sich ja zudem hartnäckig das Gerücht, dass Frauen ein Orgasmus nicht so wichtig ist. Es ist somit schon etwas ganz neues, dass neben Aufklärungsbüchern, wie "das andere Mädchenbuch", welche für Mädchen in der Pubertät gedacht ist, sich nun auch ein Frauenmagazin mit der Sexualität des eigenen Geschlechtes befasst. Dies geschieht auf vielfältiger Weise. Durch das Anpreisen ausgefallener Spielzeuge, durch die Vorstellung besonders G-Punkt-tauglicher Stellungen beim Geschlechtsverkehr, durch die Thematisierung von Analsex, diverser Arten einen Orgasmus zu erfahren, durch eine erotische Geschichte und noch vielem mehr.

Auch wenn ich nicht mit allem, was die "Alley Cat" vermittelt, übereinstimme, so halte ich ihr Dasein doch für mehr als berechtigt. Die Zeitschrift ist alleine schon deshalb nicht mainstreamig, weil sie keine Werbung im herkömmlichen Stil enthält und sich mit der Sexualität der Frau, der Sexualität im Allgemeinen in einer sehr schmeichelnden und stilvollen Art beschäftigt.

Erhältlich ist "Alley Cat" in der Presse in großen Bahnhöfen für 4,50€, oder bei den Macherinnen zu bestellen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen