Montag, 5. Januar 2009

"I am what I am, and what I am needs no excuses"

Gemeinhin genießt BDSM noch immer einen äußerst schlechten Ruf. Die Vorurteile, mit denen Menschen, die derartigen Neigungen nachgehen, zu kämpfen haben, sind äußerst negativ und kaum aus der Welt zu schaffen. Daher ist es kein Wunder, dass sich sehr wenige Menschen öffentlich outen, wie homosexuelle Menschen es, dank der Akzeptanz, welche in den letzen Jahren sehr zugenommen hat, mittlerweile in großem Rahmen tun. So zum Beispiel ein schwuler Lehrer an meiner ehemaligen Schule. Was den positiven Nebeneffekt hatte, dass so auch homosexuelle Schüler einen Ansprechpartner und ein Postitivbeispiel (auch ein Schwuler kann Lehrer werden) hatten.

Man kann sich fragen, ob es denn wirklich sein muss, dass Hinz und Kunz ihre sexuellen Präferenzen kund tun und von uns erwartet wird, gleich zu ziehen. Aber geht es wirklich darum, anderen einen tiefen Einblick ins eigene Schlafgemach (oder den heimischen Folterkeller) zu gewähren? Nein, es geht um viel mehr. Es geht darum, die äußerst unangenehmen Vorurteile, mit denen die BDSM-Szene zu kämpfen hat, aus dem Weg zu räumen. Zu zeigen, dass es Menschen sind, die auch hinter gesellschaftlichen Normen und Werten, Gesetzen, der Ethik und dergleichen stehen, dass es nette Menschen sind, denen man auch die Kinder anvertrauen kann, mit denen man etwas unternimmt, die im gleichen Verein sind, und alleine schon deswegen keine schlechteren Menschen sein können, als jeder andere auch.

Leider steht eine Akzeptanz, wie sie mittlerweile und glücklicher Weise, den Schwulen und Lesben entgegen gebracht wird, kurzfristig nicht in Aussicht. Coming-Outs sind oft unfreiwillig und haben häufig negative Folgen im privaten und beruflichen Bereich.

SM-Outing hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen, die sich freiwillig outen wollen, oder unfreiwillig geoutet wurden, zur Seite zu stehen. Dies auf vielfältige Art und Weise. So finden sich auf der Seite der Innitiative Notfallpläne, Erfahrungsberichte zum Coming-Out, eine Vielzahl an Kontaktmöglichkeiten, unter anderem zu Anwälten, Psychologen, Ärzten und vieles mehr. Die Seite gibt nicht nur Auskunft, sondern bietet auch die Möglichkeit zur persönlichen Kontaktaufnahme und somit einer individuellen Beratung und Hilfestellung.

Somit steht hinter SM-Outing ein wahrlich soziales Projekt, aus der BDSM-Szene für die BDSM-Szene.


(Bild mit freundlicher Genehmigung von Roman Kasperski.)

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