Samstag, 14. März 2009

Rezension: "Feigenblatt" - Männer, die ängstlichen Abenteurer



Zwar erscheint das die neue Ausgabe des Feigenblatt Magazins schon am 19. März, aber dennoch möchte ich es mir nicht nehmen lassen, noch einmal das "alte" Heft vorzustellen. Ein großer Vorteil dieses Magazins ist nämlich, dass Themen behandelt werden, welche an Aktualität nicht einbüßen.

Ende 2008 bin ich auf dieses Magazin aufmerksam geworden. Feigenblatt - Magazin für Erotisches. Ich hatte mir viel davon erwartet, wo ich doch der Erotik äußerst verfallen bin und mir die Aufmachung der Homepage schon versprach, dass es sich hierbei nicht um ein pornöses Schmuddelheft handeln würde, welches den Begriff "Erotik" nur als Worthülse verwendet, um seinen expliziten Inhalt harmloser vermarkten zu können.

Meine Erwartungen stiegen zudem auch noch, als ich das Thema sah, mit welchem sich die Ausgabe auseinander setze: Männer - die ängstlichen Abenteurer. Das fand ich schonmal sehr spannend, wo ich doch nur ein paar Tage zuvor einen Artikel darüber geschrieben hatte, dass männliche Sexualität auch problembesetzter sein kann, als allgemein propagiert wird. Die seriöse Auseinandersetzung mit männlichen sexuellen Sorgen und Ängsten habe ich nirgends entdecken können.

Nun finden sich in der Ausgabe unter anderem jede Menge Essays und Kommentare von Männern, welche sich kritisch mit den Erwartungen an ihr Geschlecht, seitens beider Geschlechter, auseinander setzen, sowie Produktbeschreibungen zu Sexspielzeug für Männer und auch sexuelle Funktionsstörungen sowie Tantra werden thematisiert.

Auch wenn ich über die Statements einiger Autoren gerne diskutieren würde, nicht mit allem übereinstimme, habe ich das Lesen dieser 14. Ausgabe als äußerst bereichernd empfunden. Verschiedene Standpunkte werden eingenommen und somit wird das Thema differenziert behandelt.

Ich würde das Lesen wirklich jedem empfehlen, der mit aufgestempelten Geschlechteridentitäten nicht zufrieden ist und sich unter diesem Standpunkt auch gerne mit dem männlichen Geschlecht auseinander setzen möchte.

Kommentare:

  1. Sieht ja wirklich ganz nett aus, und dass in der Zeitung Werbung für FunFactory ist und keine miesen Jelly-Spielzeuge gezeigt werden, ist auch ein gutes Zeichen. Mal sehen, ob ich das nicht am Bahnhof oder wo noch auftreiben kann.

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  2. Hallo Patrick!

    Sonst dürfte das Bestellen auch nicht so teuer sein. Ich weiß ja nicht in welcher Stadt Du wohnst, also auf der Homepage steht ja auch, in welchen Geschäften die Zeitschrift vertrieben wird. Sie kostet 5€.

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  3. Oh, 5€ geht ja super. Ansonsten sagt man zwar, man soll nicht da essen, wo man schläft, aber ich schlafe in Essen und habe daher damit so meine Probleme :-)

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  4. Nachtrag: Das ich so schnell geantwortet habe, ist Zufall, ehrlich! *Kein Stalker*

    Ich hatte aber erwartet, dass die Zeitschrift teurer ist; Schlagzeilen kosten ja das dreifache!

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  5. Na, selbst wenn Du Stalker wärest - solange Du meinen Blog liest... ;-)

    Ach Essen... da dürfte es ja eigentlich kein Problem sein in der Stadt selbst oder im Umland was zu finden.

    Ich denke, dass Feigenblatt eine höhere Auflage hat, als SZ. Zumindest sind die Themen ja "mainstreamiger" - ohne das jetzt negativ zu meinen. Meine auch, dass das Heft dünner ist. Aber eben mehr Artikel und Essays als Kurzgeschichten.

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  6. Nicht, dass ich die Schlagzeilen lese, aber ich hab mal eine Testausgabe zuschicken lassen und wegen des Preises dann abgewinkt (und dem Verhältnis redaktioneller Artikel / Geschichten und Füller).

    Ich lese allerdings telepolis um kurz vor eins nachts. Da steht:
    "Eine Umfrage von OnePool unter fast 2000 britischen Männern zwischen 16 und 65 Jahren bringt, wenn denn die Ergebnisse verallgemeinerbar sind, überraschende Eingeständnisse, wie der [extern] Observer berichtete. Nahezu die Hälfte sagt, sie würden sich die meiste Zeit bei der Arbeit ängstlich fühlen, 40 Prozent sind sich unsicher, wenn sie abends mit Freunden unterwegs sind. Und alle sollen zugegeben haben, dass sie sich zunehmend durch Frauen entmannt fühlten und in Anwesenheit von Frauen ihre Unzulänglichkeit steige.

    Beim Sex wollen 25 Prozent von Gefühlen der Unzulänglichkeit geplagt werden. Filme und Fernsehen scheinen hier das Maß vorzugeben, so dass viele glauben, beim Sex nicht lange genug durchhalten zu können und genügend Fantasie zu haben."

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29928/1.html

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  7. wollte mich nur kurz für die wohlwollende kritik an der männer-ausgabe bedanken..als einer der autoren dieser ausgabe bin ich natürlich extrem froh darüber wie schön das heft geworden ist und wie gut es bei den lesern angekommen ist...

    danielle

    @ patrick

    mag ja sein das die schlagzeilen vom preis her mehr zu buche schlagen als andere magazine aber das ist meiner meinung nach berechtigt weil sie ja unmengen hochglanzbilder ect enthalten..das sind die produktionskosten auch einfach höher...im endeffekt können wir eig. nur froh sein das ein magazin wie das feigenblatt das auch sehr hochwertig hergestellt wird so preiswert ist...so sehe ich das nämlich..die schlagzeilen sind nicht teuer als andere magazine sondern das feigenblatt ist preiswerter..wofür uns an dieser stelle dann bei den Braun´s bedanken müssen..:-)

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