Samstag, 28. November 2009

Vampirromane - 3 1/2 Teil: Stephanie Meyer

Ich möchte mich nocheinmal kurz mit der Bis(s)-Reihe beschäftigen. Gestern war irgendwann die Zeit ein wenig knapp, doch finde ich es sehr wichtig, den Fokus nicht nur auf Edward, sondern auch auf Bella zu richten, die ja die eigentliche Leidtragende des ganzes Spektakels ist. 

Bella ist intelligent, etwas unscheinbar, eigen, aber eigentlich auch verbal ganz schlagfertig. Leider schafft sie es nicht, einen Fuß vor den anderen zu setzten, ohne sich dabei aufs Maul zu legen. Es ist ja eigentlich ganz schön, wenn Charaktere so ihre Macken, Schrullen und Schwächen haben. In diesem Falle bildet Bellas Tollpatschigkeit allerdings die perfekte Grundlage dafür, dass Edward seinen Beschützerinstinkt auslebt. 

Bella ist eine gute Tochter, sie kocht ihrem Vater jeden Abend etwas anständiges, weil dieser in männlicher Manier selbst nur die Ravioli-Dose aufkriegt. Das Koch-Szenario wird in den Büchern relativ häufig geschildert, ihm kommt eine gewisse Bedeutung zu. Es deutet in gewisser Weise an, dass Bella verantwortungsbewusst und erwachsen ist. 

Dann wäre da noch Jakob, der Freund aus dem Indianer-Reservat, welcher sich natürlich auch in Bella verliebt. Er ist heißblütliger, als der kalte Edward und scheut auch nicht, Bella die Gefühle, die er für sie hat, unmissverstänlich klar zu machen. Dass er dabei regelmäßig Grenzen überschreitet, tut Bella mehr oder weniger resigniert ab. 

Dass ihre Verehrer sich um sie streiten, als wäre sie eine Ware auf dem Wochenmarkt, bringt sie auch nicht dazu, sich mal Gedanken über den Typ Mann zu machen, dem sie ihr Herz gibt. 

Dieser bevormundet sie, wo er nur kann. Bewacht sie rund um die Uhr oder lässt sie bewachen. Klar, Bella ist auch mal in wirklicher Gefahr, doch geht die Bevormundung über ein solches Maß an rationaler Besorgtheit weit hinaus. Eher weicht Edward ihr kaum vom Pfleck. Was zwar ganz süß ist, wenn man frisch zusammen ist und sich ganz toll findet, bei Edward aber schon psychisch auffällige Tendenzen hat. 

Ja, einerseits ist es sehr romantisch, wie sehr Bella Edward liebt, Edward Bella liebt und wie sehr sie sich auf ihn bezieht, mit wie viel Hingabe sie wirklich und wahrhaftig seins ist. Andererseits merkt man auch sehr stark, wie sehr sie sich in Abhängigkeit zu ihm begibt, was sich sehr negativ auf ihre Verfassung im zweiten Teil auswirkt. Bella ist nicht nur in Edward verliebt, nein, sie ist ganz von ihm besessen und macht ihr Leben sowie ihren Lebenssinn von ihm abhängig.

Kommentare:

  1. Genau das habe ich auch immer gedacht! Edwards Verhalten ist zwar süß, aber fast schon krankhaft und sie passt auch noch so hervorragend dazu indem Sie das verletzbare reh spielt und sich so kontrollieren lässt. Was mich in dem Fall aber eher beunruhigt ist, dass viele junge Mädchen diese Bücher lesen. Allein die Bücher regreifen von dir schon Besitz, wenn du sie erstmal angefangen hast zu lesen. Na wenn die das mal alles so daraus übernehmen, dann Prost Mahlzeit!

    AntwortenLöschen
  2. @Chaos-Queenchen: Ja, da gebe ich Dir absolut recht. Das Problem sehe ich nicht nur, in der Tatsache, dass man sich ein Beispiel an Bellas Verhalten nehmen könnte, sondern im Großen und Ganzen Edward als Idealtypen, als Traummann zu verinnerlichen und jeden Mann/Jungen der ins Leben tritt, an ihm zu messen. Das kann ja nur in Frustration enden.

    Ich denke, wie bei vielem ist hier das Problem, dass die "Gefahr" nicht erkannt wird. Ich möchte ja auch nicht plädieren, Mädchen diese Sorte Buch nicht lesen zu lassen, im Gegenteil! Ich glaube nur, dass es eben diese Sorte Buch ist, die Sehnsüchte, die mit der Pubertät aufkommen, einfängt und ihnen eine Antwort gibt - die mit der Realität nichts zu tun hat. Wichtig wäre es meiner Meinung nach, Jungendliche mit ihren Sehnsüchten ernst zu nehmen und mit ihnen darüber zu sprechen. Ich glaube, es kann nur Sinn machen, als Elternteil die Bücher, die die Kinder lesen auch selbst in die Hände zu nehmen, um solches Gefahrenpotenzial realisieren und damit konstruktiv umgehen zu können.

    AntwortenLöschen