Donnerstag, 10. Dezember 2009

Das Vergnügen liegt in Deinen Händen


"Das Vergnügen liegt in deinen Händen" In Spanien sorgte Mitte Oktober ein Projekt in der Provinz Extremadura mit diesem Titel (span.: "el placer está en tus manos") für Aufsehen. Spaniens Provinz mit der höchsten Arbeitslosenquote hatte 14.000 € in eine Initiative fließen lassen, die Jugendliche über sexuelle Belange aufklären sollte. Anders als in der Schule standen hierbei allerdings nicht der Reproduktionsakt und dessen Vorbeugung im Vordergrund, sondern allen voran die Masturbation. Die biologischen Grundlagen, psychischen Prozesse sowie Hilfsmittel. Ein natürlicher Umgang mit diesem sonst doch sehr verschwiegenen Thema.

Doch nicht nur Masturbation, auch andere Themen, denen in der Schule und in den meisten Familien nicht viel Bedeutung beigemessen wird, standen auf dem Plan: Die Reproduktion von Klischees und Vorurteilen beispielsweise, bzw. deren Verhinderung. Muss der Mann immer den ersten Schritt machen? Ist Sex mit Kondom wirklich schlechter?

Kritik an dem Projekt kam zu aller erst und vor allem von Seiten konservativer Medien auf. Es wurde kritisiert, dass so viel Geld in Broschüren und Vorträge für Jugendliche investiert werden sollte, um ihnen zu erklären, wie sie besser „wichsen“ können. Was den Tatbestand in meinen Augen stark polemisiert.

Gerade wenn Arbeitslosigkeit in hohem Maße um sich greift, treten gleich mehrere Begleitprobleme auf. Einerseits wird das Geld knapp, um die Freizeit groß zu gestalten – Sexualität ist etwas günstiges. Wird der richtige Umgang damit nicht vermittelt, kommt es zur Schwangerschaft, in diesen prekären Lebensumständen, ist dies ein großes Dilemma. Andererseits führt Arbeitslosigkeit häufig auch zu Perspektivlosigkeit, dem Verlust des Selbstvertrauens, Unsicherheit. Anerkennung bleibt aus, Aggressionspotenzial kann steigen. Auch hier kann ein aufgeklärter und respektvoller Umgang mit Sexualität nur positiv sein. Ob nun vermehrt zu den Kondomen oder in den eigenen Schritt gegriffen wird – in meinen Augen sind die Anregungen, die ein solches Projekt geben kann nur zu begrüßen.

In den Schulen wird es leider weitestgehend versäumt, die wirklich wichtigen Themen anzusprechen, die Jugendliche beschäftigen. Würde der Umgang mit Masturbation, respektvollem Miteinander und den Vor- und Nachteilen von Kondomen in einer solchen, die Belange der Jugendlichen ernst nehmenden Art besprochen werden, wären wir schon einen großen Schritt weiter. Und ich plädiere für derartige Projekte nicht nur im Osten der Republik oder Gelsenkirchen, sondern bundesweit.

Bild: "Junta de Extremadura"

Quelle: Extremadura organiza unos talleres en los que enseña a los jóvenes a masturbarse

En plena crisis la Junta de Extremadura se gasta el dinero en una campaña de masturbación

La campaña juvenil ´El placer está en tus manos´ genera polémica

Kommentare:

  1. finde ich super...zb in england und irland ist der zusammenhang mit armut/arbeitslosigkeit und teenagersex bzw teenagerschwangerschaften ganz extrem...die sollten auch in solche projekte investieren damit die sun nicht andauernd über 12 und 13 jährige mütter berichten muss...

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  2. Periodista digital ist auch nur ein winziges bisschen polemisch (zu Beginn und im letzten Satz), hm? Beim Lesen war ich mir etwas unsicher, ob ich lachen oder weinen soll.
    Die Verantwortlichen von "El placer..." sagen, dass sie jedes Jahr eine Kampagne starten und dieses Jahr nunmal Sex das Thema ist und die Medien reden unisono von Masturbationskursen.

    PS: Die copy&paste-Sperre in den Kommentaren ist tödlich! Wenn der Text durch die Auswahl eines Profils verloren geht, was gern mal passiert, motiviert es nicht gerade, alles noch einmal zu tippen...
    PPS: "Ihre Anfrage konnte nicht verarbeitet werden..." - Vorführeffekt klappt auch.

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