Dienstag, 19. Oktober 2010

Rezension: "Was sie will" - Julia Strassburg

Julia Strassburgs Debut-Roman beschäftigt sich mit einer etwas anderen Form der Erotik. Während weibliche Submissivität und männliche Dominanz in der Unterhaltungsliteratur schon lange nichts ungewöhnliches mehr sind, beschäftigen sich doch erstaunlich wenige Bücher mit weiblicher Dominanz und männlicher Submissivität. Dank "Was sie will" gibt es nun in der Reihe erotischer Romane des Anais-Verlags auch ein Werk, welches diese Facette des erotischen Empfindens beleuchtet, die in meinen Augen beinahe schon eine Marktlücke darstellt.

Es geht in "Was sie will" um die dominante Wahlberlinerin Tessa, und deren Sex- und Gefühlsleben sowie ihre Beziehung zu zwei devoten Männern, Jan und Marc, die in ihrer Submissivität sehr verschieden sind.
Die Handlung ist nicht sonderlich üppig. Die Gedanken und Empfindungen, die mit einem etwas von der Normalität abweichendem Sexualverhalten einher gehen, stehen im Vordergrund. Diese vermag die Autorin dem Leser auch sehr glaubwürdig zu vermitteln. Tessas Reflekionen bezüglich ihrer Neigungen sind nachvollziehbar und wirken authentisch, was ich in diesem Zusammenhang sehr wichtig finde. Leider neigt sie hier und da dazu gewisse Eigenschaften ihrer Gespielen rein auf deren Geschlecht zu beziehen ( "er ist eben nur ein Mann"), was mir etwas sauer aufstößt.

Die Erotik kommt in diesem Roman nicht zu kurz und ist recht humoristisch gehalten. Sofern also weibliche Dominanz und männliche Submission beim Leser auf Wohlwollen stößt, beinhaltet dieser Roman Szenen, die zum Schwelgen einladen.

Schade allerdings ist, dass der Fokus so stark auf Tessa und ihr Innenleben gerichtet ist, dass die anderen Personen, die dieses Buch ausfüllen, recht blass bleiben. Gerade weil dieser Roman nicht durch viel Handlung auftischt, wäre ein rundes Bild der Gefühls- und Gedankenwelt Tessas Gespielen durchaus lesenswert gewesen. Gerade Marc, der für Tessa von großer Bedeutung ist, sich ihr gegenüber schwierig verhält, bleibt sehr ungreifbar und fad.


ANAIS Band 18
ISBN 978-3-89602-567-8
9,90 EUR (D)

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