Mittwoch, 27. Oktober 2010

Sex and the City

Tatsächlich soll es sich in diesem Artikel um die "Kult"-Serie drehen und nicht darum, in welchen Städten man sexuellem Vergnügen am besten Nachgehen kann. Wenn Menschen krank sind und sich deswegen von ihrem Freundeskreis für ein paar Tage abschotten, können DVD-Boxen älterer Fernsehsendungen den Genesungsprozess deutlich ankurbeln. Und gerade, wenn man sich unter diesen Voraussetzungen "SATC" nocheinmal anschaut, eignet sich das Gesehene sogar für einen Artikel.

Beim Betrachten der ersten Staffel, sind mir mehrere Dinge aufgefallen. Zum einen, wie aktuell viele Themen auch heute noch sind. Wenn man sich vor Augen führt, dass die Serie 1998, also vor gut 12 Jahren an den Start ging, könnte man meinen, dass die dort aufgegriffenen Tabus, Ängste und Wünsche heutzutage nicht mehr aktuell sind. Dass die Gesellschaft, die ja ach-so-pornographisiert ist, ein gewisses Niveau an sexueller Beliebigkeit, die die Protagonistinnen thematisieren, erreicht haben müsste.

Dass dem nicht so ist, finde ich bedauerlich. Andererseits: Ich müsste mir wohl einen anderen Blog zulegen, einem anderen Thema nachgehen, wenn das Zwischenmenschliche, gerade das auf der sexuellen Ebene nicht mehr mit problematischen Begleiterscheinungen einher gehen würde. Und dennoch: die Themen, die Carrie und ihre Freundinnen beschäftigen, sind auch, wenn man von den modischen absieht und dem Überfluss an reichen und gut aussehenden Jungesellen, heute noch aktuell und nicht selbstverständlich. So bringt Miranda ihren Freundinnen den "Rammler" näher, einen Multi-Funktions-Vibrator. Man könnte somit meinen, das Thema Vibratoren sei heute nichts Besonderes mehr. Dennoch reicht es für zahlreiche immer wiederkehrende Artikel über Tips für den geeigneten Vibrator, das erste Mal im Sexshop und ob der "Zauberstab" größer sein darf, als der Penis des Partners.

Amüsant fand ich auch, als Samantha in einer Folge den "Flotten Dreier" als den "Blowjob der 90er" bezeichnet. Carrie fragt darauf hin, was denn dann der "Blowjob der 80er" sei. Samantha: "Analsex".
Während der Blowjob als solcher nichts besonders mehr ist, will heißen: es ziemlich normal ist, den Partner oral zu befriedigen, erscheint es mir keineswegs in der Normalität verankert, Sex zu Dritt zu haben. Bei Analsex bin ich Zwiegespalten. Es kann sich hierbei durchaus um eine Praxis handeln, die verbreiteter ist, als dass über sie geredet wird. So kenne ich in ziemlich ausgewogenem Maße Frauen, die Analsex mögen und solche, die dafür nicht zu haben sind.

Ich freue mich jedenfalls dadrauf, in der nächsten Krankheitsperiode weitere Staffeln dieser Serie an meinem Genesungsprozess teilhaben zu lassen.

Kommentare:

  1. Hm, bedeutet das, dass du krank bist?
    Wenn ja, dann wünsche ich dir gute Besserung.

    Liebe Grüße,
    Lucia

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  2. Nun sind wir beide ja jung und schauen aus einer ähnlichen Perspektive auf die von Dir angesprochenen Themen. Und ich stelle fest: Da gibts keine Tabus mehr. Vielleicht ist die Lösung des Problems ja, dass wir doch keine pornographisierte Gesellschaft sind. Ich habe einen ziemlich gut gemischten Freundeskreis, und trotzdem kann ich mit allen über Sexspielzeug, Analsex und 2+X-Sex (Dreier ist ja nur der Einstieg) reden. Aber deshalb muss das noch lange nicht jedem gefallen. Allerdings, beim Analsex habe ich fast alle überzeugt :)

    Gute Besserung!

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