Dienstag, 9. November 2010

Der erste Schritt soll nicht vom Geschlecht abhängen

Ich möchte gerne einen Leserbrief, den ich vor einigen Tagen erhielt hier veröffentlichen, weil es sich im Kern um ein Dilemma handelt, welches ich schon von mehreren devoten Männern geschildert bekam. Und dieses gern aus meiner Sicht besprechen möchte, es aber auch vom Schreiber selbst erwünscht ist, dass auch im Rahmen der Kommentarfunktion sich andere Menschen dazu äußern können, sofern sie möchten.

"Ich möchte nun einfach ein wenig ausholen, in der Hoffnung, dein Interesse zu wecken. Vielleicht kannst du daraus etwas schöpfen, was für dich und deinen Blog lesenswert ist.
Ich denke, dass, umso älter bzw. reifer man wird, umso mehr sich einem auch die Frage aufdrängt, wie man selbst mit seinen sexuellen Neigungen umgeht, das ist mehr als natürlich. Man mag an sich selbst Bedürfnisse und Wünsche entdecken, die von der gesellschaftlichen Norm abweichen, und die als "falsch" empfunden werden.
In andren Bereichen, wie etwa BDSM, ist dies noch eher der Fall.

Wenn man als Mann devot und submissiv ist, ist man in der SM-Szene vermutlich kaum allein, sondern am ehesten noch die (gefühlt-intuitiv) breite Masse unter Männern. Unter dem Rest der (allgemeinen, nicht SM-orientierten) Männlichkeit jedoch bildet man sicher nur eine Minderheit.

Hört man sich ein wenig um, oder liest man darüber, wie schwer sich dominante Frauen öfter daran tun ihr passendes männliches Gegenstück zu finden, so drängt sich doch einem der Gedanke auf, dass Mann nicht weiß, wie er sich Frau gegenüber zu verhalten hat.

Was an und für sich auch kein Wunder ist. Mann ist eben normalerweise derjenige, der die Dinge vorgibt. Das beginnt in der Regel auch schon beim Kennenlernen und Dating. So interessant eine Frau auch den Typen an der Bar finden würde, sie würde niemals auf ihn zugehen und ansprechen, ihm ist der erste Schritt überlassen.
Was übrigens auch nachvollziehbar ist. Wenn eine Frau dominant ist, weiß, was sie will und den Typen dann doch anspricht, ist es nur im SM-umfeld wahrscheinlich, dass er ähnliche Interessen haben kann. In einer normalen Umgebung jedoch reagieren die Männer eher verstört, da sie diesen "Stilbruch" einfach nicht gewohnt sind, und so lässt Frau das Ansprechen auch irgendwann dort frustriert bleiben.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass eigentlich die meisten Frauen sich einen Partner wünschen, der größer ist. Eine starke Schulter zum Anlehnen, der sie tröstet, ein starker, selbstbewusster Mann der sie "beschützt".

Als devoter Mann bin ich jedoch nicht so stark. Ich bin auch nicht direkt so selbstbewusst, und ich bin auch nicht derjenige, der IHR gegenüber den Ton angeben will oder kann. Ich wünsche mir die Frau, die mich anspricht, es aber nie tun wird.
Ich werd nun einfach mal etwas persönlicher, spätestens hier hättest du so oder so gemerkt, dass dies keine Gedankenspinnerei sein kann.
Dass jedoch nun schon ab dem Kennenlernen in der Regel der Mann derjenige ist, der das Szepter also in der Hand haben soll, ist grade im Bezug auf der umgekehrten (sexuellen) Rollenverteilung gradezu verheerend.
Natürlich ist die dominante Frau angenervt, wenn er sie anspricht. Das mag deswegen sein, weil sie mit ihren Freundinnen grade ein viel zu schönes Gespräch hat, und dabei nicht gestört werden wollte, oder weil der unverschämte Kerl eine Bemerkung zu viel von sich gelassen hat, oder schlicht und ergreifend, weil er nicht ihr Typ ist, oder weil ihr einfach der Zeitpunkt nicht perfekt genug dafür ist.
Manche dieser Frauen lieben es, gleich ab dem ersten Moment als höhergestellt betrachtet und behandelt zu werden, andere bevorzugen die Begegnung auf Augenhöhe.
Grade in diesem Bezug ist etwas eine absolute Verdrehung der sexuellen Realität, die dennoch mehr schlecht als recht in die Norm gepresst werden soll. Und die einfach an allen seiten herausquillt. Dass es nicht zueinander passt, erkennt man schon allein daran, dass Mann viel zu viele Fehler machen kann. Und: woher soll er bitteschön intuitiv, ohne die Frau überhaupt zu kennen, schon zufällig die passende Art und Weise kennen, sie anzusprechen?
Im SM-Umfeld daher die "richtige" Frau kennenzulernen, ist daher mehr als schwierig.

Im normalen Umfeld die richtige kennenzulernen, ist umso unmöglicher. Dominante Frauen sind in der Unterzahl, die meisten Frauen erwarten starke Männer, die sie ansprechen, keine sensiblen, zurückhaltenderen Männer. Wobei ich ohnehin eher seltenst derjenige bin, der Frauen wirklich auch mal anspricht.

Ein weiteres Problem, was sich aus all dem zwangsläufig ergeben würde, ist umso verheerender. Sollte man jemals die passende Partnerin kennengelernt haben, dann ist es mehr als klar, dass sie eine "dominante Aura umgeben" wird, dass sie sich nicht vollständig verstecken können wird. Es wäre daher im normalen Umfeld also letztlich ziemlich schwer, die sexuelle Neigung zu vertuschen, die sich letztlich hinter so einer Partnerin und dem Verhalten ihr gegenüber verbergen wird.

Deswegen ist es klar, dass dominante Frau und devoter Mann schwerer zueinander finden, dass solche Dinge schwerer zu vertuschen sind. Dass sowohl Frauen und Männer frustriert sind, und irgendwann die Suche aufgeben.

Und deswegen hat es sich auch ergeben, dass die richtige Partnerin natürlich auf sich warten lässt."

Ich sehe ein, es ist nicht einfach, gerade weil BDSM mit reinspielt. Es ergibt alles Sinn. Die unnahbare Dame - warum sollte sie sich dazu herab setzen, Dich anzusprechen? Wer bist denn gerade Du, dass sie sich von Dir angezogen fühlen sollte? Oder auch: woran erkennt sie, dass Du genau das bist, was sie gerne hätte? Und anders: wieso sollte sie sich auf Dich einlassen, wenn Du auf sie zukommst? Wer bist Du, dass Du ungefragt, unaufgefordert in ihre Sphäre eindringst? 
Da beist sich die Katze in den Schwanz. Einer muss nunmal den ersten Schritt machen und auch die divenhafteste Dame möchte schließlich ihre Bedürfnisse befriedigen und nicht dank ihrer eigenen Unnahbarkeit verhungern. 

Man sollte ja auch nicht die Rollen mit den Personen gleichsetzen oder vertauschen. Eine dominante Frau wird in den meisten Fällen zumindest nicht nur eine solche sein, und ein devoter Mann auch andere Qualitäten und Interessen haben. Sollte es sich also nicht um eine oberflächliche Begegnung halten, die anberaumt wird, würde ich sagen, dass man eben auch mehr von sich selbst als Person nach außen zeigen sollte. Eins sollte man aber nicht so sehr zeigen: Und zwar, dass man auf der Suche ist. Gut, eigentlich möchte ich auch nicht pauschalisieren. Aber aus eigener Erfahrung und diesem Erfahrungswert, den ich mit anderen Frauen abgeglichen habe, geht hervor, dass es Männer gibt, die einen gewissen Verzweiflungsgrad an den Tag legen, wenn man ihnen anmerkt, dass sie auf der Suche sind.

Letzten Endes wird man Gleichgesinnte was BDSM angeht wohl doch viel eher innerhalb der Szene auf Partys, Stammtischen, Cocktailabenden und sonstigen Veranstaltungen treffen, als zufällig in der Hotelbar. Und da sprichst Du ein weiteres Problem an: 
Die submissiven Männer wie Sand am Meer. Ehrlich gesagt, sind die mir noch nicht in den Massen aufgefallen. Was mir schon auffällt, dass sind auf diversen Veranstaltungen Männer, die kein Profil zu haben scheinen, dieses zumindest nicht zeigen. Für sich sind, aber doch voyeuristisch. Unangenehm, wenngleich auch still, einsam und doch unter Menschen. Ich glaube jeder, der wollte, der ein wenig investiert, kann sich daraus emporheben und davon abgrenzen. Gerade Stammtische und andere Plauderveranstaltungen, im Gegensatz zu den Playpartys eignen sich dafür, neue Kontakte zu knüpfen, zu zeigen wer man ist, dass man wer ist, ohne dass andere sich zu persönlich berührt fühlen müssen. Und auf solchen Abenden ist es auch egal, ob Du domiant oder devot bist, die wenigsten der Anwesenden werden Dich dafür rügen, dass Du sie ansprichtst, obwohl Du devot bist. Schließlich ist man da, um zu reden! Ich für meinen Teil finde es extrem unhöflich und kurz vor übergrifflich, wenn irgendwelche dahergelaufenen Doms meinen, an mir rumtoppen zu dürfen! 

An und für sich kann es nicht schaden, sich einen Pool aus Kontakten zu schaffen, egal ob Geschlecht und Neigung der eigenen Präferenz entsprechen. Denn aus einem Kontakt können sich weitere Kontakte sehr schnell und unkompliziert und ohne dass man den Eindruck macht, verzweifelt auf der Suche zu sein, generieren. 

Aber auch dazu: Ich weiß ja nicht, wie alt Du bist. Aber die Zeiten ändern sich mit und mit. Nicht für jeden, nicht überall, doch kann jeder etwas dazu beitragen. Wer den ersten Schritt macht, sollte nicht vom Geschlecht abhängen. Wer Lust hat, auf jemanden zu zu gehen, sollte das tun, einem Impuls, einem Bedürfnis folgen. Wieso denn nicht? Wenn man Interesse hat?

Kommentare:

  1. "Und auf solchen Abenden ist es auch egal, ob Du domiant oder devot bist, die wenigsten der Anwesenden werden Dich dafür rügen, dass Du sie ansprichtst, obwohl Du devot bist."

    Das ist zwar ein netter Vorschlag, aber das Problem ist trotzdem da und habe ich auch schon von anderen Sub-Männern gehört: die *wollen* ja vielleicht auch erobert werden und nicht erobert. Aber das funktioniert eben nur schwer.

    Wenn man Englisch versteht, würde ich mal (als Tipp für den Briefschreiber) einen Blick auf die Seite von Maymay riskieren: maybemaimed.com Oder von Axe: unspeakableaxe.com – die haben sich in der Vergangenheit beide ausführlich und intelligent mit diesem von ihnen auch erlebten Problem beschäftigt.

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  2. Dieser Post macht mich nachdenklich. Ich will niemandem Spinnererei oder Realitätsferne unterstellen, aber kann es sein, das man im falschen Umfeld seinen Partner, seine Partnerin sucht. Wenn mann unbedingt erobert werden will, dann sollte er an Orte gehen, wo Frauen dieses tun. Er sollte an diesen Orten die Kontakte pflegen. Wenn mann D/s will ist er mit Sicherheit auf einer Playparty falsch. Vielleicht sollte mann einfach mal seine "Jagdmethoden" überdenken.
    Liebe Grüsse
    daira{M}
    P.S. Wenn auch spitz formuliert, so ist dies ein Versuch Hilfestellung zu geben.

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  3. Mehrere Gedanken, der Eile wegen einfach so dahingeworfen:

    -> Vielleicht wird das mit der Partnersuche einfacher, wenn die Angst, die Neigungen könnten offenbar werden, kleiner wird? Für mich zum Beispiel sind Leute, die auf Diskretion bestehen ein NoGo, weil ich selbst offen mit meinen Neigungen umgehen will. Kann gut sein, dass eine selbstbewusste dominante Frau lieber einen selbstbewussten submissiven Mann hätte, denn...

    -> Submissiv ist nicht das gleiche wie schwach. Submissiv ist nicht das gleiche wie schüchtern. Submissiv sein ist, den Willen zu haben, sich unterzuordnen. Das kann man aus einer starken oder einen schwachen Position heraus tun. Und nicht alle dominanten Frauen haben einen Held-und-Retter-Komplex.

    Mir kommt es so vor, als könnte zweierlei helfen:

    1. Klarheit darüber, was Du willst. Willst Du eine Frau, die nur im Bett dominant ist, oder willst Du eine, die auch in allen Alltagsdingen die Führung übernimmt? Stehst Du eher auf die Frauen, die es reizt, einen "schwachen", anlehnungsbedürftigen, schüchternen Menschen zu coachen, aufzupäppeln, zu formen, zu beschützen? Oder ziehen Dich die Frauen an, die es geil finden, einen "starken", im alltäglichen Leben selbstbewussten, forschen Mann zu ihren Füßen kriechen zu sehen und ihn, den sonst selbst entscheidenden, im Griff zu haben? Oder.... es gibt sicher noch tausend weitere Nuancen.

    2. Wenn Du weißt, welche dominanten Frauen Dich anziehen, wie Du Dir Deine Beziehung zu ihr vorstellst, die Frage: bietest Du, was sie sucht? Wenn sie nach "starken" Männern zum unterwerfen sucht, Du Dich aber eher schutzbedürftig darstellst, dürfte nix daraus werden. Umgekehrt genauso. Es lohnt, Konstellationen zu suchen, in denen ihre Wünsche und Deine Angebote im Einklang sind. Entweder indem Du Dich entwickelst, und so das zu bieten hast, was Deine Angebeteten suchen. Oder in dem Du bei anderen Frauen suchst, die das suchen, was Du zu bieten hast. Generell gilt sicher auch für Subs: wer mehr zu bieten hat - bzw. besser weiß, was er zu bieten hat und es deshalb auch besser nach außen kommunizieren kann, tut sich leichter mit der Partnerfindung. Wer etwas zu verschenken hat, wirkt oft attraktiver als jemand, der vor allem etwas zu brauchen scheint.

    Ich denke, es gibt nicht "die" Strategie für einen submissiven Mann, weil es eben auch nicht "die" dominante Frau gibt. Eine Frau, die im Alltag auf Augenhöhe agieren und nur in Spielsettings die Führung übernehmen will, wird vielleicht genervt sein, wenn Du in jeder Situation auf ihren Input, ihre Führung, ihren Anstoß, ihre Initiative wartest. Eine andere mag genau das charmant finden. Nur: es führt kein Weg daran vorbei, dass sie Dich dazu zuerst einmal bemerken muss. Und da gehe ich mit Mademoiselle Nocturne mit: wenn sie Dich interessiert, mach den ersten Schritt. Lieber das "Wie" optimieren als das "Ob" diskutieren.

    Viel Erfolg!
    Lena

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  4. Eine spannende Diskussion.

    Und die Antworten finde ich echt lesenswert. Sie passen auch für Menschen, die einfach so suchen.- Bevor man nicht weiß, was man will ist es doch sehr zerstreuend. Danke! :)

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  5. Da sind wir doch glatt bei der Tagespolitik: Als Kritik an Schwarzer und ihren Feminismus-Thesen antwortet Familienministerin Kristina Schröder neulich im Spiegel: "Zum Beispiel, dass der heterosexuelle Geschlechtsverkehr kaum möglich sei ohne die Unterwerfung der Frau. Da kann ich nur sagen: Sorry, das ist falsch."

    Meine Erfahrung mit Frauen ist, dass sie eben nicht immer nur erobert werden wollen, sondern auch selbst gern erobern. Mehrere meiner im Blog beschriebenen liebschaften suchen sich proaktiv Männer aus und machen sie klar. Ich will aber nicht bestreiten, dass die Männer gelegentlich nicht kapieren, dass sie gezielt klar gemacht werden.

    Und in meinem Fall: Ich bin nur so dominant, wie mein gegenüber devot ist. Und umgekehrt. Das hält mich aber nicht davon ab, in aller Unbekümmertheit derzeit ständig Frauen anzusprechen, die ich interessant finde. Klar, ist das eher selten von Erfolg gekrönt. Denn wie bereits dargestellt, man weiß ja nicht im Voraus, wie das Gegenüber tickt. Aber für einen netten Plausch reicht es allemal, und der Rest ist Bonus.

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  6. Ich finde schon, dass die traditionelle Rollenverteilung besonders bei Kontaktaufnahmen schon noch sehr verbreitet ist (in Deutschland soll es ja etwas ausgeglichener sein).

    Aber es gelten wie in den meisten Situationen die üblichen Dating-Regeln auch fuer die BDSM Szene. Und in der Ecke stehen geht nur, wenn du aeusserst gut aussiehst, oder Leute die du kennst zu dir in die Ecke kommen und andere mitbringen. Daher versuche dir deiner devoten Seite sicher zu sein, und Leute, die du gerne kennenlernen würdest, anzusprechen.

    Wobei ich mir genauso mehr Selbstbewusstsein von der weiblichen Hälfte wünschen würde, und anstelle komplexer Pläne zu schmieden, vielleicht einfach mal zu reden.

    Ich weiss, dass das Spiel beim Flirten lange Tradition hat und auch Spass macht, aber Mann und Frau kann es auch übertreiben.

    P.S.: bei uns sind die meisten Doms hetero Männer und die meisten Subs Frauen. Aber vielleicht sind wir nicht repräsentativ.

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  7. Ich empfinde die Gedanken vom Unbekannten als zu schwarz/ weiß gemalt. Und auch wenn Mademoiselle Nocturne in ein ähnliches Horn bläst, will ich kommentieren, da ich schon schlucken mußte:

    Es fängt an mit „dass Mann nicht weiß, wie er sich Frau gegenüber zu verhalten hat.“ Wenn man sich mit den (Dom-)Damen austauscht hört man eher, dass „Mann“ sich oftmals plump und ungeschickt verhält. Jede Leserin wird dazu eine Geschichte erzählen können und in der SM-Szene ist der Klassiker, dass Subbi sich im Erstkontakt verbal zu Boden wirft und Füße küsst.

    „Mann ist eben normalerweise derjenige, der die Dinge vorgibt“ Aha, in meiner Welt nicht.

    Weiter heißt es, dass das Weibchen in einer Bar niemals auf das Männchen zugehen würde. Würde sie wohl tun, wenn sie es nötig hätte, aber es gibt genug buhlende Kerle. Warum sollte sie also? Aber per se zu sagen, dass Frau sowas nicht tut…
    Und was das SM-Umfeld angeht, so gibt es nicht den SM, sondern vielerlei Facetten. Was manche antörnt, finden andere abstoßend. Manche streben 24/7-Beziehungen an, andere wollen nur spielen*g* Aber das es für dominante Frauen ausgeschlossen ist, einen Mann anzusprechen, empfinde ich als Klischeedenken a la eine Domse darf nicht lachen.
    Und wenn Frau SM als Spiel sieht, wird sie sehr wohl –genauso wie dominante Männer- ihre „dominante Aura“ im Alltag verbergen können. Wobei schon das Wort „verbergen“ eine Wertung impliziert. Niemand sollte etwas verbergen oder „vertuschen“ müssen!
    Im Übrigen ist es auch etwas ungeschickt, in den ersten Momenten einer Begegnung sofort über sexuelle Präferenzen zu reden. Ich bevorzuge es, den Menschen kennenzulernen. Denn dann kann man auch erkennen, was der Andere, hier die dominante Frau, bevorzugt. Will sie eine Begegnung auf Augenhöhe? Will sie gesiezt werden?...
    Frauen wünschen sich den starken Mann, die breite Schulter zum Anlehnen? Das würde ja bedeuten, dass es krankhaft ist, wenn Frau die Rollen tauscht und dominant empfindet.
    Ein devoter Mann ist nicht stark? Definiere Stärke! In meinen Augen zeugt es gerade von Selbstbewusstsein, wenn man zur Unterwerfung bereit ist.

    Weiter wird noch von „umgekehrter sexuellen Rollenverteilung“ gesprochen. In meinen Augen ist das sogenannte Gender-Denken die Geißel, die zu all diesen Problemen geführt hat.
    Und dem unbekannten Schreiber empfehle ich einfach das Buch „Wie man eine Herrin findet“ von Lilith of Dandelion.

    Aber um das klarzustellen: Mir ist durchaus bewusst, dass es mehr devote Männer als dominante Frauen gibt. Das hat in meinen Augen sozikulturelle Gründe und hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Dass es schwierig ist, die passende dominante Partnerin zu finden will ich auch nicht leugnen… aber teilweise sind meine Geschlechtsgenossen wie der bekannte Elefant im Porzellanladen.
    Und zum Schluss: Ich will hiermit niemanden angreifen. Ich bin selber eine devoter Spieler und glücklich mit meiner dominanten Partnerin, wobei die sexuelle Neigung wirklich nicht alles ist. Auch der Rest sollte passen *fg*

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  8. So, als "Verfasser" des Leserbriefs melde ich mich dann auch mal zu Wort ;)

    Erstmal eins vorweg: mir ist durchaus bewusst, dass ich mit den ursprünglichen Worten und Zeilen definitiv in verschiedenster Weise übertrieben habe, das sollte jedoch nur der Zugänglichkeit des "Problems" dienen, eben als stilistisches Mittel.

    Nun... Personen im allgemeinen werden dann für mich interessant, sobald ich einen Grund habe, diese auch interessant zu finden.
    Das impliziert Ausstrahlung, alles mögliche, aber am spannendsten werden Menschen grade dann, wenn sie ihren Mund aufmachen.

    Das ich bevorzugt nicht die Person bin, die ein Gespräch eröffnet mag auch indirekt an großer Abneigung an Zurückweisung in jeglicher Form liegen, was alles meine Natur ist. Ich bin eben sensibel, und in dem Gefühlsbereich klappt letztlich nur "ganz oder gar nicht".

    Die für mich somit einfachste Möglichkeit, auf mich selbst aufmerksam zu machen, ist, witzige oder andere unterhaltsame Bemerkungen in den Gesprächsfluss einfließen zu lassen, ohne dabei aufdringlich zu sein oder diesen zu stören, schließlich liegt mir auch viel daran, als netter Gesprächspartner empfunden zu werden.

    In diesem Sinne ist der Kommentar von Patrick recht interessant. Es hilft zwar gewissermaßen, wenn einem bewusst ist, dass sich niemand daran stören wird, angesprochen zu werden. Dennoch widerspricht es gewissermaßen meiner Natur, jemanden von mir aus in ein Gespräch zu verwickeln, umso mehr, wenn die Person sich bereits mit anderen unterhält.

    Zu den Bereichen "submissiv vs. schüchtern/ schwach". Nunja, man bekommt gewissermaßen den Eindruck, dass in gesellschaftlicher Hinsicht submissivität als wenig maskulin betrachtet wird. Ich weiß aber auch, dass von den Personen, die sich mit solchen Dingen näher beschäftigt haben eher den Willen, sich freiwillig zu "unterwerfen" als Stärke empfinden.
    Tatsächlich fand ich Lena's Kommentare am hilfreichsten, und ich denke, da geht es vielen Leuten so, dass man schon einiges in sich "hineinhorchen" muss, um zu erfahren, was man eigentlich für eine Partnerin sucht.

    Tatsache ist, dass es nicht unbedingt einfach ist, "die richtige" kennenzulernen, aber, das wird sich wohl eigentlich beim Großteil immer wiederholen.

    RomanRomero: Nunja, was der hypothetischen Dame an der Bar durch den Kopf schießt, und sie lieber die Aufmerksamkeit der Männchen genießt die auch so auf sie zukommen ändert letztlich nichts am Endergebnis. Ich erinnere an meine Übertreibung ;)
    Ich sehe mich nicht in der Position, Gedankenlesen zu können, sodass ich sowas auch nicht erfahre, wie auch.

    Nun.. was das Thema "sexuelle Präferenzen" angeht. Ich bin keineswegs einer der Personen, die damit hausieren geht, übertrieben gesagt. Für mich steht tatsächlich der Charakter eher im Vordergrund, mehr als so ziemlich alles andre.
    Das Problem ist nur, dass gerade grundsätzliche dinge wie "submissiv / dominant" definitiv einen in gewisser Weise prägen, als dass so etwas später zu Enttäuschung kommt, wenn man sich darüber nicht ausgetauscht hat.

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