Montag, 29. November 2010

Was geht? Sex, das knappe Gut

In einigen Herangehensweisen an die Sexualität zwischen Mann und Frau wird Sex als knappes Gut dargestellt. Zumindest deutet das Verhalten einiger Menschen in Bezug auf Sexualität und den Umgang mit potenziellen Sexualpartnern darauf hin. Hinzu kommt noch die Sichtweise, dass Frauen in diesem Bereich stark begünstigt sind, also auf viel größere sexuelle Ressourcen, potenzielle Sexualpartner zugreifen können, als Männer. Dass eine Frau, die es nur darauf anlegt rund um die Uhr Sex haben könnte, mit unzähligen Männern, während ein Mann in umgekehrter Weise am langen Arm verhungern muss. 

Es sind mehrere Dinge, die im Rahmen dieser Betrachtung den geneigten Leser stutzig machen müssten.

1) Wer sind die Frauen und die Männer? Frauen zwischen 18 und 80? Männer zwischen 18 und 75 (sie sterben ja früher)? Das sind ja an sich genommen schon sehr große Gruppen, die weder die physischen Merkmale der Personen, noch ihren Charakter, ihre Bedürfnisse, Vorlieben, Neigungen, Werteeinstellungen, Freizeitbeschäftigungen, Bildungsstände, berufliche Tätigkeiten und bestimmt noch andere Dinge, die mir nicht einfallen wollen, berücksichtigen.

2) Selbst wenn wir davon ausgehen, dass eine Frau, wie auch immer sie geartet sein mag, nur mit dem Finger schnipsen muss, um einen Sexualpartner an Land zu ziehen: Will sie das denn überhaupt?

Der entscheidende Punkt scheint mir nicht zu sein, ob eine Person die und die Möglichkeiten hat, sondern ob sie die Absicht verspürt, sie zu ergreifen. Was nützt es mir, mit jedem Mann Sex haben zu können, wenn mich keiner anspricht? Nichts. Ich werde keinen Sex haben. 

Ich werde nicht mit statistischen Daten auftrumpfen, da auch solche nie vollkommen repräsentativ sind. Aber aus persönlichen Erfahrungen kann ich von einigen Männern berichten, die mehr wechselnde Sexualpartnerinnen hatten, als umgekehrt. Ob das repräsentativ ist, sei dahin gestellt. Fakt ist aber, dass sich daraus nicht schließen lässt, dass Männer zwingender Weise weniger Sex mit wechselnden Partnerinnen haben, als umgekehrt. 

Gerade die Herangehensweise, Sex als knappes Gut darzustellen, was in einer monogam strukturierten Gesellschaft zudem auch noch bedeutet, dass in Partnerschaften Männer ihre Partnerinnen "besetzen" und sie somit von dem Markt an verfügbaren potenziellen Sexpartnerinnen ausschließen (Gemeinheit!), halte ich für eine Konstruktion. Eine Konstruktion, die dafür sorgt, dass Männer ständig um ihre "Triebbefriedigung" bangen, dadurch anfangen in ihrem Balzverhalten wie doof zu streuen und sich dann wundern, dass sie nicht punkten. Warum punkten sie denn nicht? Vielleicht ist das Verhalten ja doch leicht durchschaubar? Wenn ich im JoyClub oder anderen Portalen mit ähnlichen Zielen angesprochen werde, so fällt doch sehr schnell auf, dass die Männer, die mich anschreiben, nach Schmema-F vorgehen, dass der Text nicht auf meine Person ausgerichtet ist, dass ihr Geschreibe einfach in keinster Weise mein Interesse weckt. Und: Ich bin einfach auch nicht auf der Suche. 

Der Umgang mit der Sexualität  und der Findung von Sexualpartnern erscheint mir einfach so herrlich unentspannt. Natürlich, wenn ich davon ausgehe, dass mit jedem Schluck Wasser, den ich trinke meine Oase weiter versiegt und ich bald an den Punkt gelangen werde, an dem ich VERDURSTEN muss, während andere Personen aus einem Pool sich ständig neu produzierenden Wassers schöpfen könn,en dann wäre ich auch ganz schön unentspannt. 

Je mehr ein Mann den Eindruck erweckt, auf der Suche zu sein, desto schwieriger wird es wahrscheinlich auch für ihn sein, eine Partnerin zu finden, die mit ihm ins Bett steigen will. Es muss nicht heißen, dass er ein schlechter Kerl ist, doch wird er den gewünschten Effekt nicht so leicht erreichen und damit in seiner Annahme ohnehin bestärkt werden. Die Frau hätte ja mit ihm Sex haben können, er kann aber nicht mit ihr Sex haben. Ergo: Eine Frau kann IMMER Sex haben, ein Mann NIE. 

Zudem erscheint mir diese ganze Sache, dass Sex ein knappes Gut ist, zu stark auf "der" männlichen Seite fokussiert zu sein. Es geht nur darum, was "Frauen" denn alles haben könnten. Nicht aber um das, was sie denn haben wollen, was in diesem Punkt weitaus wichtiger ist. Offenbar wollen "sie" nicht mit jedem x-beliebigen Kerl Sex haben.

Der Fokus richtet sich zudem auch noch auf eine, wie oben schon festgestellt nicht weiter festgelegte, große, globale Gruppe. Nicht auf das Individuum. Nicht auf den Rahmen dessen, in dem sich Interaktionen abspielen. Auf den Radius des Raumes beschränkt, in dem man sich aufhält, der je nach Person sehr unterschiedlich sein kann. Unterschiedlich im geographischen Sinne, in einem (sub)kulturellen Sinne, im virtuellen Sinne. Davon abhängig wird auch der Personenkreis sein, mit dem man sexuelle Kontakte eingehen kann. Hinzu kommen noch die persönlichen Eigenschaften, die bei der einfachen These, dass Frauen öfter mit wechselnden Partnern Sex haben könnten, als Männer, wie gesagt, nicht berücksichtigt werden.

Kommentare:

  1. Als dummen Spruch könnte man auch noch sagen, dass es für jede Frau, die mit einem Mann Sex hat, ja einen Mann gibt, der mit einer Frau Sex hat. Das sollte sich also die Waage halten. Auch demografisch gibt es jetzt keinen riesigen Männerüberschuss, nach dem vier Kerle sich statistisch um jede Frau prügeln müssen.

    Dem Einen wird eben nur beigebracht, immer auf Sex aus zu sein, und der Anderen, ihre Gelüste hintanzustellen und, wie du es so schön sagtest, den Pokal zwischen ihren Beinen nur dem Würdigsten zu überreichen.

    Mehr sage ich aber erst, falls/wenn ich die Links aus dem anderen Kommentarbereich gelesen habe. :)

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  2. @Patrick:

    Wenn mich in Bars, Klubs und ähnlichen Etablissements jedes Mal mindestens 4,5,6 Männer angraben, brauche ich keine demografischen Daten, um festzustellen, dass die Waage alles andere als ausbalanciert ist.

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  3. Mademoiselle,

    "Will sie das denn überhaupt?"

    aber das ist doch nur ein weiterer Aspekt, der sich aus der Asymmetrie des Begehrens ergibt. Und er ist implizit eine Anerkenntnis der Struktur.

    "Aber aus persönlichen Erfahrungen kann ich von einigen Männern berichten, die mehr wechselnde Sexualpartnerinnen hatten, als umgekehrt."

    Auch hier: die Gründe, warum Frauen, auch wenn sie Sex haben könnten, keinen haben, sind vielfältig - geringere Libido?, Angst vor Slut Shaming, etc... Als Problem bleibt eine asymmetrische Verteilung des Begehrens zwischen den Geschlechtern und eine asymmetrische Verteilung von Sexualität innerhalb der
    Geschlechter - das Interesse des größeren Teils des jeweils anderen Geschlechtes richtet sich auf einen kleineren von potentiellen Partnern.

    Was das Streuverhalten von Männern betrifft, schau mal auf diese Seite unter "Desperation Feedback Loop", das erklärt einiges - aber Du hast sicher Recht, was die Symptomatik betrifft.

    http://blog.okcupid.com/index.php/page/6

    Gilt so ähnlich sicher auch für den JoyClub. Eine Bekannte hatte 20 Dates in zwei Monaten über die Seite. Das ist sicher keinem Mann da gelungen. Wenn eine Frau das Spiel spielt, das Männer gerne spielen würden, hat sie dabei extremen Erfolg. Haben Männer auch so viel Erfolg, wenn sie sich zurücknehmen? Eher nicht.

    "Nicht aber um das, was sie denn haben wollen, was in diesem Punkt weitaus wichtiger ist. Offenbar wollen "sie" nicht mit jedem x-beliebigen Kerl Sex haben."

    Ja, genau. Männer auch nicht mit jeder Frau, aber dennoch gibt es da eine problematische Asymmetrie. Ich finde ein gutes Beispiel ist das folgende: Wenn man Männer fragt, ob sie lieber keinen Sex hätten oder schlechten Sex, werden die meisten antworten: Schlechten Sex! Bei Frauen ist das genau umgekehrt. Ich vermute, das liegt nicht nur an einer generell höheren Abneigung gegen Sex und der Komplexität weiblicher Sexualität, der die meisten Männer scheinbar nicht gewachsen sind, sondern auch am Wissen um die Wahlmöglichkeit.

    Ich fände eine Situation kongruenten heterosexuellen Begehrens auch praktischer, aber ist halt nicht so.

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  4. Im Schnitt besteht eine Asymmetrie was reinen Sex angeht. Männer wollen eher einfach Sex, Frauen wollen im Schnitt mehr "Sex+", also Sex zuzüglich einer gefühlsmäßigen Bindung.

    Natürlich gibt es einige Männer, die jede Nacht eine mitnehmen, die sehen allerdings entweder sehr gut aus oder haben "Game" (oder noch eher beides). Die Frauen, die jede Nacht einen mitnehmen, müssen hingegen nicht unbedingt gut aussehen, sie müssen nur hinreichend geschickt signalisieren, dass sie mitgenommen werden wollen.

    Ich würde auch sagen, dass zu sehr "auf der Suche sein" hinderlich ist. Im Pickup spricht man da von "Neediness", also Bedürftigkeit und die These ist, dass es unattraktiv ist, weil es unterbewusst signalisiert, dass man nicht so begehrt ist, weil man ja sonst nicht so auf diesen einen Kontakt abstellen müsste.
    Aber ich glaube nicht, dass das der einzige Grund für das Ungleichgewicht ist. Auch beim Joyclub dürften wesentlich mehr Männer als Frauen eingeschrieben sein, insbesondere wenn man Fakeprofile abrechnet.

    Das Gegenargument "Eine will doch immer, die Männer wollen sie nur nicht" verkennt meiner Meinung nach, dass man diese eine erst einmal erkennen muss und dann mit 10 anderen Männern um sie konkurriert.

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  5. P.S: Zu den unterschiedlichen Betrachtungsweisen von Sex finde ich auch das hier verlinkte Video ganz anschaulich.

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  6. @Sam:
    Ich fände eine Situation kongruenten heterosexuellen Begehrens auch praktischer, aber ist halt nicht so.

    Die Kongruenz kann es m.E. gar nicht geben, weil die sexuelle Selektion das verhindert. Auch wenn es nicht um Reproduktion geht, so sind doch für Sex die Indikatoren für das Selektieren dieselben.

    Und da Frau wählt; es sei denn, sie überlässt es dem Mann; nimmt sie logischerweise den, der am besten in ihr Auswahlschema passt. Das bedeutet aber auch, dass der Mann nur balzen kann, und dabei die Fitness seines Gehirns sowie Körpers präsentieren kann.

    Da der Mann keinen prächtigen Schwanz eines Pfauenhahns hat, sind die Indikatoren für die Frau nicht nur seine Körperlichen sondern bspw. auch Charme, Witz, Humor, Fantasie, Kommunikationsfähigkeit, Kreativität usw. usf.

    Dass die Spielregeln dieser uralten sexuellen Selektion - "Er balzt - Sie wählt" - nicht in sein Männlichkeitsbild passt, ist nicht erst seit heute Tatsache. Demzufolge wäre es an der Zeit, dass sie das begreifen und ändern. Zumal heutzutage das Spektrum der sexuellen Präferenzen weit über die tradiert normative Heterosexualität hinaus geht.

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  7. Interessantes Thema. Ich glaube, da spielt sehr viel rein. Was ich aber auch für einen nicht ganz unwichtigen Punkt halte (der hier noch nicht so konkret erwähnt wurde), ist: was kann ich mir (durchschnittlich) erwarten von einem ONS? Das lässt sich natürlich keinesfalls verallgemeinern, aber ich tendiere dazu, dass es ("makroskopisch", über die breite Masse gepeilt sozusagen) da schon einen gewissen Unterschied macht, ob Männlein oder Weiblein. Ich glaube nämlich, viele (nicht alle) Frauen brauchen einfach mehr, als das gute alte "Rein-Raus", um zum Orgasmus zu kommen oder einfach Spaß an der Sache zu haben, während viele (nicht alle) Männer oft mit "weniger Aufwand" zu befriedigen sind. Das heißt, für mich als Frau ist es zwar vielleicht relativ leicht, mir in der Disko jemanden aufzureißen, der Lust hat auf eine Nummer, die Wahrscheinlichkeit, dabei auch auf meine Kosten zu kommen, ist aber dafür geringer.
    Wie gesagt - jegliche Verallgemeinerung liegt mir fern, aber prinzipiell ist das zumindest mit *ein* Grund, der mich bei gelegentlicher Notgeilheit oft doch lieber selber Hand anlegen lässt.

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  8. Christian,

    "Das Gegenargument "Eine will doch immer, die Männer wollen sie nur nicht" verkennt meiner Meinung nach, dass man diese eine erst einmal erkennen muss und dann mit 10 anderen Männern um sie konkurriert"

    Man sollte allerdings auch anerkennen, daß es für Frauen unterhalb einer gewissen Attraktivitätschwelle wirklich nicht so ist. Auch Männer wählen - anders und was Kurzzeitpartnerinnen betrifft weniger wählerisch, aber auch Männer wählen.

    Lucia,

    aber "female choice" gilt trotz aller Asymmetrie beim Menschen nur eingeschränkt. Wir haben - und das wird ja gelegentlich auch als der wahre Grund für die rapide Entwicklung des menschlichen Gehirns im Vergleich zu anderen, verwandten Spezies angesehen - "mututal choice", zumindest was Langzeitbeziehungen betrifft.

    Das ändert leider nichts an offenbaren Basis-Asymmetrie im sexuellen Begehren.

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  9. @Lucia

    Das, was du da schreibst, ist ja im wesentlichen "The Mating Mind".
    Warum sollen diese Punkte nicht in das Männlichkeitsbild passen? Der Mann hätte demnach ja gerade ein Interesse daran, seinen "geistigen Pfauenschwanz" darzustellen, also zu balzen.

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  10. @E"phi:

    Der Punkt ist nicht unwichtig sondern m.E. sogar sehr wichtig. Vor allem beim ONS, weil bei keinem Mann auf der Stirne steht - "ich kenne die Regeln der Kunst". Folglich bleibt keine Zeit um das herauszufinden, sondern nur rein in die Kiste oder eben nicht.

    Ich war noch nie so notgeil, dass ich das riskiert habe, da mache ich es mir wie du auch, lieber selbst. :)

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  11. "Man sollte allerdings auch anerkennen, daß es für Frauen unterhalb einer gewissen Attraktivitätschwelle wirklich nicht so ist. Auch Männer wählen - anders und was Kurzzeitpartnerinnen betrifft weniger wählerisch, aber auch Männer wählen."

    Natürlich. Wenn sie den Alphamann in der Bar mitnehmen will, dann wird sie nur dann eine Chance haben, wenn er gerade echt einen schlechten Tag. Aber auch die Männer auf ihrer Attraktivitätsstufe wollen eher Sex als die Frauen auf ihrer Attraktivitätssstufe. Das sie dann mit denen keinen Sex will ist eine andere Sache. Und natürlich ist es auch eine Frage der Schüchternheit und der Bereitschaft sich selbst zu verletzten, indem man nur Sex hat, obwohl man eigentlich vielleicht mehr will. Aber eine Frau, die in eine passende Disko geht und allen Männern in die Augen schaut wird welche haben, die sie antanzen.

    Natürlich haben wir auch eine starke männliche Wahl, gerade was eine Langzeitstrategie angeht. Das sieht man ja schon daran, dass Frauen diverse Zeichen sexueller Selektion haben, beispielsweise die Brüste.

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  12. @Sam:
    Okay, aber das sehe ich anders.
    Wenn Frau nicht will, dann kann Mann machen was er will, es nützt ihm aber nichts.
    Außerdem haben m.M.n. Langzeitbeziehungen nur bedingt bis nichts mit dem Thema zu tun.

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  13. @Christian:
    Warum sollen diese Punkte nicht in das Männlichkeitsbild passen?

    Weil es seiner geliebten Dominanz nicht entspricht.
    Nur wenige Männer können zu geben, dass sie von weiblichen Reizen abhängig sind.

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  14. Wieder so ein interessantes Thema! Das muss ich noch schnell loswerden, bevor ich was zum Thema sage: Klasse, dass ich deinen Blog gefunden habe :)

    Ich denke, diese Rechnung "Frauen könnten viel mehr Sex als Männer haben" resultiert aus einer ganzen Menge von irrigen Annahmen.
    Zunächst mal geht sie nur auf, wenn wir die reinen Zahlen betrachten und der Frau keine eigenen Vorstellungen zusprechen.
    Wenn wir die Chancen mal nach folgendem Szenario berechnen: "Mann/Frau steht in der Disco und sieht eine Person, die ihm/ihr gefällt." --> Hat er/sie mit dieser Person später Sex? Da ist die Wahrscheinlichkeit relativ gleich hoch.

    Aber da gibt es dann das King-of-Queens-Phänomen, dass der Mann auf Äußerlichkeiten schaut (und das auch tun darf), während sich die Frau immer über Äußerlichkeiten hinwegsetzen muss.

    Zusammen genommen resultiert daraus die Annahme, dass die Frau völlig unbefangen jeden sie ansprechenden Mann bewertet - dass sie aber zum dem Zeitpunkt schon Blickkontakt mit dem einen aufgenommen hat, der sie interessiert, das geht nicht. Sie ist schließlich sexuelles Objekt, nicht Subjekt ...

    Und dann herrscht in unserer Gesellschaft natürlich noch die Vorstellung von Sex als Penis-in-Vagina-Penetration, die eher dem Mann entgegen kommt als der Frau, wie E*phis ja schon gesagt hat.

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  15. Einige der Punkte, die Lucia und E*phi ansprechen, finde ich sehr wichtig. Gerade, was die Einstellung zu ONS angeht, so sehe ich das genau so. Ich kann nur von mir sprechen, aber meine Gedanken in der Hinsicht decken sich mit dem von beiden genannten. Zudem: Ein Mann wird für mich in den meisten Fällen erst dann sexuell interessant, wenn ich ihn besser kenne, es sei denn, er fällt mir aufgrund von physischen Merkmalen sofort positiv auf und dieser Eindruck wird in einem Gespräch nicht revidiert. Es kann aber sein, dass sich ein sexuelles Interesse erst nach einer gewissen Zeit einstellt. Oder halt garnicht. Auch wenn mir die Person an sonsten sympathisch ist.

    Das, was sexuelle Anziehung auslöst, können verschiedene Dinge sein. Gerade aber Männer, die intelligent sind und mit mir gewisse Werte und Ansichten teilen, ziehen mich an. Auch wenn es nur auf Sex hinaus läuft. Die gemeinsame Basis und das Interesse an der Person erhöhtfür mich die Qualität erheblich.

    Zudem mag ich es, mir die Männer auszusuchen. Ich mag es nicht, angesprochen zu werden, fühle mich dadurch sofort bedrängt. Würde die Person mich reizen, hätte ich sie vielleicht auch schon angesprochen.

    Zu mehr werde ich nachher nochwas schreiben, bin grad in der Uni und hab gleich noch ein Seminar.

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  16. Individuell lässt sich das Ganze natürlich auf das alte Problem runter brechen, was man haben kann, will man nicht und was man will, kann man nicht haben. Kollektiv betrachtet aber ist die Asymmetrie doch überdeutlich. Vor kurzem habe ich irgendwo gelesen es gibt in Deutschland rund 400000 Prostituierte. Das ist ein ganzer Wirtschaftszweig, der die Nachfrage nach dem knappen Gut Sex befriedigt.

    Zum Hinweis auf guten Sex, der hier mehrfach kam. Ich stelle mal die These auf, dass ein ONS auch für Männer oft nicht besonders guten Sex beinhaltet. Und einen Orgasmus zu haben ist noch kein gute Sex. Trotzdem wird die Tatsache überhaupt Sex gehabt zu haben als Erfolg verbucht.

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  17. @Philipp:

    Trotzdem wird die Tatsache überhaupt Sex gehabt zu haben als Erfolg verbucht.

    Ja genau, und außerdem wird damit geprahlt, wie viele sie schon flachgelegt haben, dass sich die Balken biegen. Das ist sogar gesellschaftlich anerkannt, denn ein Mann gilt als potent, wenn er möglichst viele Frauen gevögelt hat.

    Das ist obendrein ja auch noch erwünscht. Damit der Mythos - Nur der Mann hat Ahnung vom Sex - bestehen bleibt.

    Ich dagegen werde als "Schlampe" stigmatisiert bzw. diskriminiert, weil ich dasselbe wie die Männer mache.
    Verstand, wo bist du?

    Ich finde es übrigens gut von dir, Nocturne, dass du keine statistischen Daten angegeben hast, denn bspw. wird über Potenz sowie über die Häufigkeit Sex zu haben, das Blaue vom Himmel gelogen.

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  18. Klar, geprahlt wird aber im Grunde wissen alle das 50% Bullshit ist. Ich persönlich hab in Männerrunden auch nie erlebt, dass irgendwelche Details der Begegnung ausgeplaudert wurden. Es wird halt, in derber Sprache, festgestellt, dass man mit der oder der Sex hatte.

    Was die Stigmatisierung von Sexualverhalten angeht. Der naheliegend Vergleich ist nicht promiskuitive Frauen und promiskuitiven Männern, sondern promiskuitive Frauen mit Männern, die unfreiwillig zölibatär leben, zu vergleichen. Du schreibst weiter oben selber, dass du nicht weißt „ob jemand die Regeln der Kunst beherrscht.“ Wenn dir jetzt einer erzählt er hatte schon 150 Frauen im Bett und ein andere er hatte 2 1/2 (1/2 weil er keinen hoch gekriegt hat), wer hat dann die besseren Chancen?

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  19. Wenn dir jetzt einer erzählt er hatte schon 150 Frauen im Bett und ein andere er hatte 2 1/2 (1/2 weil er keinen hoch gekriegt hat), wer hat dann die besseren Chancen?

    QPhilipp:

    Keiner von beiden.
    Die Anzahl spielt keine Rolle.
    Wenn Männer mir so was sagen, bin ich schneller
    verschwunden, als sie denken können.
    Das finde ich nämlich so was von dämlich, schlimmer gehts wirklich nicht.

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  20. Hm, worum geht es hier genau?

    Mal ganz provokant nachgefragt: Geht es hier um ein paar postpubertäre Pfauen mit dickem Schwanz, die sich von der Natur ungerecht behandelt fühlen, weil nur die wenigsten geil aussehenden Pfauenmädchen mit ihnen in die Kiste springen?
    Tja, dies zu lernen gehört wohl einfach zur harten Schule des Erwachsen-Werdens. Und manche lernen das leider nie…
    (was machen sie wohl erst, wenn sie herausfinden, dass die Natur die Frauen noch viel mehr bevorzugt hat? siehe: http://wp.me/pCsaF-eN)

    Oder geht es hier um ein Thema, dass eigentlich alle betrifft? Denn tatsächlich ist es so, dass ich niemanden kenne, die oder der nicht zustimmen würde, dass sie oder er gern mehr Sex hätte. Egal ob 17 oder 70, egal ob Single, Beziehung oder seit langem verheiratet – eigentlich möchten jede und jeder mehr. Selbst frisch verliebte Paare, die sich gerade in der Phase des hemmungslosen Auslebens befinden, hätten zumeist gern noch mehr.

    Hat irgendjemand von Euch genug Sex?

    Mehr Sex bedeutet dabei nicht zwingend öfter, mehr bedeutet oft einfach intensiver, umfassender, erfüllender. Mehr bedeutet vor allem auch nicht wahllos mit irgendwem! Im Gegenteil: Eigentlich haben (fast) alle eine klare Vorstellung von mehr Sex – und da geht es zumeist in erster Linie um Qualität und um ganz bestimmte Vorstellungen – auch von der Partnerin oder dem Partner beim Sex.
    (Selbst die meisten frischen Pfaue mit den dicken Schwänzen finden das irgendwann für sich heraus.)

    Mehr zu wünschen heißt auch nicht automatisch, dass jemand mit der aktuellen Situation unzufrieden ist. Und trotzdem könnte da gern mehr sein...

    Nochmal meine Frage: Hat wirklich irgendjemand von Euch genug Sex?

    Es gibt leider viel zu viele Gründe, die erfüllenden "mehr Sex" verhindern - und das sind natürlich nicht für alle dieselben. Es beginnt bei fehlenden, passenden (!) Partnern (eben nicht irgendwer, sondern jemand, der den eigenen Vorstellungen und Qualitätsansprüchen entspricht). Und es gibt noch mindestens tausend weitere Hindernisse, die dem Wunsch nach "mehr Sex" entgegen stehen.

    Und ja, die Ansprüche, die persönlichen Vorstellungen an die Qualität von "mehr Sex" sind zwischen Frauen und Männern tatsächlich oft sehr unterschiedlich. Auch das ist ein Hindernis, das dem "mehr Sex" entgegen steht - aber sicherlich kein unüberwindbares.

    Das Bedürfnis und der Wunsch nach mehr Sex sind jedoch – entgegen aller Vorurteile – bei beiden Geschlechtern gleich. Und daher ist diese Form des "mehr Sex" tatsächlich ein knappes Gut, von dem einfach immer zu wenig da ist...

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  21. Das Bedürfnis und der Wunsch nach mehr Sex sind jedoch – entgegen aller Vorurteile – bei beiden Geschlechtern gleich. Und daher ist diese Form des "mehr Sex" tatsächlich ein knappes Gut, von dem einfach immer zu wenig da ist

    @Jadesaft

    Du widersprichst dir ja selbst, denn wenn das Bedürfnis gleich ist, kann Sex nicht knapp sein sondern nur knapp gemacht werden.

    Und damit sind wir wieder beim Auswählen. Dass wir Frauen per se wählerischer als Männer sind, ist Fakt einer Seite. Eine andere Seite ist das Verhalten der Männer. Würden sie sich anders Verhalten, würden sie auch mehr Chancen haben, gewählt zu werden. Die Verknappung entseht also durch Männer und nicht durch uns Frauen. Aber was nicht wahr sein darf, ist halt nicht wahr, zumindest nach der männlichen Logik.

    Wie auch immer, bei mir herrscht jedenfalls keine Knappheit. :)

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  22. @Lucia

    "Würden sie sich anders Verhalten, würden sie auch mehr Chancen haben, gewählt zu werden"

    Da stimme ich für den einzelnen Mann zu. Allerdings denke ich, dass du wesentlich andere Vorstellungen davon hast als ich, wie die Männer sich verhalten sollten. Pickup zeigt, dass eher eine männlichere Art und weise erfolgreich ist.

    Würden alle ihr Verhalten ändern, dann denke ich aber immer noch nicht, dass die Frauen plötzlich mit allen Sex haben würden. Es wäre eher eine Niveauverlagerung.

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  23. @Christian:

    du: Da stimme ich für den einzelnen Mann zu.
    ich: Für den einzelnen Mann? Na Klar, für alle geht ja wohl nicht.

    du: Allerdings denke ich, dass du wesentlich andere Vorstellungen davon hast als ich, wie die Männer sich verhalten sollten.
    ich: Tja, so was soll vorkommen. :)

    du: Pickup zeigt, dass eher eine männlichere Art und weise erfolgreich ist.
    ich: Denk an die Indikatoren fürs Selektieren.

    du: Würden alle ihr Verhalten ändern, dann denke ich aber immer noch nicht, dass die Frauen plötzlich mit allen Sex haben würden.
    ich: Natürlich nicht, warum sollte sie?

    du: Es wäre eher eine Niveauverlagerung.
    ich: Ein besseres Niveau wäre ein Schritt in die richtige Richtung.

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  24. @Lucia: Wie sollten Männer ihr Verhalten denn ändern, deiner Meinung nach. Wenn du die Verantwortung der Verknappung so einseitig den Männern zuschiebst, könntest du vielleicht konkreter sagen, woran bzw. an welchen Verhaltensweisen der Männer du das festmachst und warum.

    Danke.

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  25. @Johannes:

    Ich mag bspw. keine Männer die mit Flachlegungsstorys protzen. Und auch keine, die über Dinge labern, um zu beeindrucken, von denen sie aber tatsächlich keine Ahnung haben. Genauso wenig mag ich welche, die ziemlich sofort intimes Zeugs ansprechen. Unter Umständen auch auf dem Weg ins Bett.

    Das möchte ich noch mit Isabel Allendes Worte verdeutlichen: Bei uns Frauen sitzt der G-Punkt in den Ohren. Wer ihn weiter unten sucht, der verliert seine und unsere Zeit.

    Was mich regelrecht sauer macht, ist, wenn Männer an mir empathielos rumschrauben. Oder wenn ich merke, dass sie mich zwar vögeln wollen, aber an meiner Person kein Interesse haben.

    Wie sie es ändern können bzw. sollten, darüber müssen sie sich schon selbst den Kopf zerbrechen. Zumal sie ja erleben, womit sie nicht landen können. ;)

    So, dabei belasse ich es mal.
    Alles zusammen verdeutlicht ein für mich inakzeptabel niedriges Niveau, das mir aber einfach zu oft begegnet, um Ausnahme der Regel zu sein.

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  26. @Lucia: Danke für die Antwort. Soweit so verständlich.

    Ich lege die von dir kritisierten Verhaltensweisen definitiv nicht an den Tag. Sie sind mir selbst sowas von zuwider. Den G-Punkt in den Ohren von Frauen habe ich auch schon oft gefunden. Leider meinten diese Frauen dann meistens, mein G-Punkt-Äquivalent säße bei mir auch in den Ohren.

    Ich glaube nicht, dass die Sexknappheit so einzig bei den Männern liegt.

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  27. @Lucia
    "Du widersprichst dir ja selbst, denn wenn das Bedürfnis gleich ist, kann Sex nicht knapp sein sondern nur knapp gemacht werden."

    Ok, ich gebe zu, mein letzter Gedankengang war nicht ausreichend ausformuliert. Also nochmal der letzte Gedanke: Wenn etwas ständig von allen begehrt wird, dann ist es offensichtlich doch irgendwie knapp. Knapp ist in diesem Zusammenhang aber relativ!

    Du sagst am Ende Deines Kommentars: "Wie auch immer, bei mir herrscht jedenfalls keine Knappheit"
    Hast Du denn wirklich genug Sex? Nicht nur ausreichend, nicht nur "ich bin sehr zufrieden", sonder wirklich genug?
    Hättest Du nicht gern auch noch mehr (wie schon oben gesagt, bedeutet mehr nicht automatisch öfter)? Keine weiteren unerfüllten Sehnsüchte, Wünsche, Vorstellungen?

    Wenn Du tatsächlich total "satt" bist, dann genieße es. Ich kenne niemanden, keine Frau und keinen Mann, die oder der satt ist. Egal, wie viel oder wenig Sex sie oder er haben, jede und jeder möchten gern mehr. Und in diesem Punkt gibt es definitiv keinen Unterscheid zwischen Frauen und Männern.

    Das hat nichts mit Selektionsverhalten, Auswahl, künstlicher Verknappung oder Schuldzuweisungen zu tun. Es geht zunächst nur darum, dass das Grundbedürfnis nach mehr in uns allen immer da ist. Das ständige Vorurteil (ich sage es mit Absicht ganz überspitzt)"Frauen wollen keinen Sex" ist einfach totaler Unsinn. Die meisten Frauen wollen nur eben nicht den Sex, von dem die meisten Männer glauben, er sei die einzige, totale Erfüllung.
    Genau diese Wahnvorstellung in den Köpfen vieler Männer bringt sie zu der Überzeugung, sie müssten Frauen nur einen "Schubs" geben, damit diese endlich verstünden, dass sie natürlich genau das wollen, was Männer sich vorstellen.

    Das einzige, was Männer wirklich tun müssen, ist, ihr Gehirn einschalten, daraus alle Wahnvorstellungen und Vorurteile löschen und statt dessen anfangen zuzuhören und zu lernen. Und offen zu sein für ein vollkommen anderes Universum der Lust und des Verlangens, in dem ganz andere Gesetze herrschen, als in ihrem eigenen.

    Allerdings: Es gibt auch eine ganze Menge Frauen, denen es gut tun würde, dies zu beherzigen. Das ist aber keine Entschuldigung für die Männer, sich nicht anzustrengen...

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  28. @Jadesaft:

    Du kannst es nur akzeptieren oder eben nicht, wenn ich sage bei mir herrscht keine Knappheit, weil ich es a) hier nicht beweisen kann und b) ich auch gar keinen Grund habe, es dir beweisen zu wollen. Dass mein genug haben, im Vergleich mit anderen, evtl. weniger sein könnte, braucht mich definitiv nicht zu interessieren. Mir reicht's, ich brauche nicht mehr. Punkt.

    Natürlich wollen Frauen Sex, das war nie anders und wird wohl auch nie anders sein. Schließlich haben wir Frauen unsere Vagina nicht nur zum Kinderkriegen. Was du anschließend geschrieben hast, lässt sich nicht mehr nur auf Sex reduzieren und folglich auch nicht damit erklären, warum es so ist, wie es ist. Denn da spielt auch das unmittelbare soziale Umfeld sowie kulturell Prägendes eine Rolle. Alle Einzelheiten spare ich mir, denn sonst müsste ich einen Roman schreiben.

    Ich reduziere es deshalb, auf das Rollenverhalten der Männer, die schließlich tausende von Jahren die einzig Bestimmenden gewesen sind und noch sind. Und darin sehe ich zumindest einen wesentlichen Knackpunkt. Nämlich den, dass der Mann es gar nicht nötigt hatte, sein Verhalten zu ändern, weil sich die Frauen sowieso nicht dagegen wehren konnten.

    Die Katastrophe für den heutigen Mann, fing mit der Französischen Revolution an, und setzte sich mit der Industriellen Revolution fort. Es wurden plötzlich mehr männliche Arbeiter gebraucht, als vorhanden waren. Frauen waren zwar meistens unqualifiziert, dafür aber billig.

    Richtig ausgebrochen ist die Katastrophe aber erst, als die ersten Feministinnen gesellschaftliche Veränderungen erzwangen. Urplötzlich könnte man sagen, war für die Männer die Welt nicht mehr so, wie sie eben noch war. Sein gewohntes Rollenverständnis war Schnee von gestern. Nie was anderes gelernt, geschweige gemusst, musste er sich plötzlich verändern.

    Er konnte sich bis heutzutage nicht so verändern, als es nötig gewesen wäre. Und das macht sich auch beim Sex bemerkbar. Die meisten Männer sind unfähig die Bedürfnisse der Frau zu erkennen, weil sie es zu lange nicht mussten. Wir alle müssen Sex wie Sprechen und Schreiben lernen, aber die meisten Männer bilden sich ein, sie brauchen das nicht.

    Oh mann, jetzt habe ich schon mehr geschrieben, als ich wollte.
    Punkt, Komma, Strich, fertig bin ich.

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  29. Das zeigt doch die Assymetrie. Männer sollen sich anstrengen, damit sie irgendwann gnädigerweise von einer Frau erwählt werden. Nein, unter den Umständen will ich nicht. Da bin ich mit dem zufrieden, was ich ohne Anstrengung bekommen kann. Reicht auch.

    Es gib andere schöne Dinge im Leben. Musikmachen zum Beispiel.

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  30. @Johannes.

    Müssen?
    Sie müssen überhaupt nichts, nur sollten sie dann auch nicht rumjaulen, dass sie keine Frau finden, die sie vögeln können.

    Ich brauche keinen Mann für geilen Sex, sondern NUR wenn ich ein Kind haben wollte, und selbst dafür brauch ich nicht vögeln, dank Samenbanken.

    Was Hänschen nicht begreift, begreift Hans nimmer mehr. Ta ta - Lach.

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  31. @Lucia
    Entschuldige. Ich wollte nicht wirklich wissen, ob Du genug Sex hast oder nicht. Das war einfach eine rhetorische Frage, mit der ich eigentlich nur aufzeigen wollte, dass es egal ist, wieviel Sex jemand schon hat - das Bedürfnis nach mehr ist ein allgemein vorhandenes Grundbedürfnis.

    Ich stimme Dir bei Deinem kleinen Exkurs durch die Geschichte voll und ganz zu. Nur ist diese Veränderung keine Katastrophe für den Mann. Auch, wenn es leider viel zu viele Männer gibt, die es als persönliche Katastrophe empfinden, oder die sich zumindest in dieser Welt des Umbruchs und damit der Widersprüche nicht wirklich zurecht finden.

    In Wahrheit ist es eine unglaubliche Chance, endlich mit einer gleichberechtigten Partnerin (bzw. einem gleichberechtigten Partner) mit gleichberechtigten Bedürfnissen quasi "auf Augenhöhe" eine wirklich spannende Partnerschaft zu erleben. Egal, ob das nun für einen Abend, eine Woche, fünf Jahre oder den Rest des Lebens ist. Das ist eine Chance, die in den vergangenen Jahrhunderten nur die wenigsten Männer (und Frauen) hatten.

    Leider existieren aber noch unzählige Strukturen, die verzweifelt an alten Bildern kleben. Werbung, Filme, Bücher, Kindergarten, Schule... oft auch Eltern und deren Eltern. Es wird wohl noch viel Zeit vergehen, bis eine Generation wirklich gleichberechtigter Kinder aufwachsen wird.

    Bis dahin werden wir einen Weg finden müssen, damit umzugehen, dass Männer und Frauen sich selbst in die alten Bilder pressen und versuchen, alten Regeln zu folgen.

    Ich denke, es wäre sicherlich ein guter Anfang, es nicht so sehr als Katastrophe darzustellen, sondern vielmehr als das, was es in Wirklichkeit ist: Als eine nach Jahrhunderten quasi einmalige Chance für beide Geschlechter, sich endlich auf gleicher Ebene zu begegnen!

    Das müssen aber nicht nur viele Männer erst mehr oder minder mühsam erfahren, auch viele Frauen müssen erst noch lernen, damit umzugehen.

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  32. @Jadesaft:

    Okay, dann bring du das denen bei, die du kennst,

    Ich mach das Gleiche. :)

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  33. @Johannes
    Wer garantiert denn, dass das Leben ausgeglichen sein muss, symmetrisch, für alle mit gleichen Lasten versehen?
    In Wirklichkeit ist das Leben total asymmetrisch, es ist ungerecht und es ist launisch!

    Es liegt an uns, was wir daraus machen. Oder auch, was wir nicht daraus machen.

    Aber - hast Du schon mal darüber nachgedacht, was Du vielleicht verpasst, wenn Du einfach nur stehen bleibst? ;-)

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  34. @Lucia
    Hm, ich muss Dir ein klein wenig widersprechen. Wenn Du nicht zufällig lesbisch bist, dann WILLST Du einen Mann für geilen Sex. Das gute dabei ist: DU entscheidest ganz allein, wer das ist.

    Und ja, es anderen nahezubringen versuche ich jeden Tag. Sogar bei Menschen, die ich nicht kenne - so wie hier. ;-)

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  35. @Jadesaft:

    Ich bin nicht lesbisch, aber bisexuell. :)

    Ja okay, das mache ich ja auch. ;)

    Und auch Nocturne - macht schon 3 :)

    Na, wenn das nichts bringt, was dann?

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  36. @Lucia:

    Wie gesagt, ich bin zufrieden, mit dem, was ich habe. Kein Grund zum Jaulen. Wie Jadesaft es formuliert hat: Es könnte mehr sein, aber ich bin zufrieden.


    @Jadesaft:
    Es besteht also Konsens über die Assymetrie: Männer müssen sich anstrengen für Sex und Frauen können einfach rausgehen und pflücken.

    Ok, kann ich mit leben.

    Und: wer sagt denn, dass ich stehenbleibe? Ich entdecke ständig so viel neues. Aber anstrengen für mehr Sex? Nö, gibt Lohnenderes. Und erst recht nicht, wenn von Frauenseite keine nennenswerte Anstrengung kommt.

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  37. @Lucia
    Ich kenne noch ein paar mehr. Ich glaube, es sind schon mehr, als wir denken - aber noch lange nicht genug :-)

    @Johannes
    Das hast Du schon einmal behauptet - viel weiter oben. Hast Du denn alles danach nicht gelesen?

    Frauen müssen sich zumeist viel, viel mehr anstrengen, bis sie vielleicht endlich das bekommen was SIE wollen. Sie wollen nämlich nicht IRGENDWEN pflücken. Das interessiert sie einfach überhaupt gar nicht!!

    Freu Dich, dass Du ein Mann bist - denn offensichtlich gelingt es Dir ja, vollkommen ohne Anstrengung zu bekommen, was Du willst. Wenn auch nicht soviel, wie Du gern hättest.
    Aber das zumindest geht ja allen so.

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  38. Mensch, hier ist ja ganz schön was los gewesen in den letzten Stunden! Es freut mich sehr, dass Ihr so angeregt diskutiert, und schön, dass Ihr, Jadesaft und Lucia nach einigen Differenzen in der Diskussion doch auch zu einigen gemeinsamen Nennern kommen konntet. :-)

    @Jadesaft: Ich kann das gut nachvollziehen, was Du meinst, von wegen, dass es eigentlich ja doch eher um qualitativ hochwertigen Sex geht und auch darum, ob man wirklich "genug" hat. Ersteres habe ich, was daran liegt, dass ich viel kommuniziere und mir verschiedene Sexualpartner_innen zugestehe, die allesamt verschiedene Arten im Umgang haben, und verschiedene Facetten meiner Sexualität ansprechen und befriedigen. Was die Quantität anspricht, so ist es doch oft so, dass man gestresst ist, aufgrund einer Fernbeziehung oder ähnlichem nicht dazu kommt, wenn man dann beim Partner ist von der Beutelung der Woche total müde ist und Sex dem Schlaf weichen muss. Es ist eher die Art, wie man damit umgeht. Durch unsere offene Beziehung gestehe ich meinem Partner weitere sexuelle Kontakte zu, sodass ich ihn nicht beschneide, wenn ich keine Lust habe, sondern auch mal getrost lustlos sein kann und weiß, dass er sich anderweitig ausleben kann. Andererseits habe ich die selbe Freiheit eigenen sexuellen Erlebnissen nachzugehen, wenn sie sich ergeben.

    @Lucia:
    Ich würde es auch eher wie Jadesaft sehen, die Veränderungen sind nicht unbedingt negativ für Männer, wenn sie es nicht so sehen wollen.

    Hinzu kommt noch, dass in dieser "neuen Welt" eben auch zum ersten Mal das zählt, was Frauen sexuell wollen. Was sie mögen, wie sie kommen können, was sie erregt, ihre Fantasien, ihre Vorlieben, sexuellen Bedürfnisse. Die Freiheit dies nennen zu können ist etwas neues und oftmals nicht so einfach, weil auch schambehaftet. Die Frau als Heilige oder Hure ist halt immernoch so ein Entweder-Oder, was noch nicht aus den Köpfen ist.
    Andererseits stehen dadurch Männer auch erstmals unter dem Druck eben auch diesen "(An)Forderungen" gerecht zu werden. Wichtig hierbei ist eben Kommunikation.

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  39. @Mademoiselle Nocturne
    Hihi - schon die zweite Frau, die mir heute Abend erklärt, warum Sie der Meinung ist, genug Sex zu bekommen. Wie ich ja auch Lucia schon erklärte, wollte ich es eigentlich gar nicht wirklich wissen. Ich wollte nur deutlich machen, dass in diesem Punkt zwischen den Geschlechtern eben kein Unterschied besteht. Ich kann dieses nervende, einfach nur falsche Vorurteil "Frauen wollen kein/wenig/nie Sex" nicht mehr hören.

    Das endlich auch das zählt, was Frauen sexuell wollen, macht die "neue Welt" ja so viel attraktiver, bunter und viel spannender, als es die "alte" jemals war. Aus der gleichberechtigten Mischung beider Vorstellungs- oder Lustwelten wird - wie so oft in der Natur - mehr, als nur die Summe der beiden Teile.

    Natürlich können Anforderungen Druck ausüben. Aber andererseits sorgen Anforderungen überhaupt erst dafür, dass wir (er)wachsen.

    Aber am wichtigsten ist Dein letzter Satz: Kommunikation ist der allerwichtigste Bestandteil nicht nur vom Sex (das wird leider so oft vergessen), sondern darüber hinaus von jeglichem menschlichem Zusammensein.

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  40. Wichtig hierbei ist eben Kommunikation.

    @Nocturne:

    Kommunikation ist für mich auch ein Knackpunkt. Obwohl wir nur von uns ausgehen können, so entspricht doch die allgemeine Art und Weise zu kommunizieren doch dem Klischee: Frau fragt und fragt - Mann schweigt und schweigt.

    Ich finde, dass man das berücksichtigen sollte, denn sonst landet man in einer elitär abgehobenen Ecke, die der "normal" Sprechende nicht mehr versteht. Jedenfalls habe ich diese Erfahrung schon des Öfteren im Web gemacht, wenn ich in meinem Studentenfachchinesisch gepostet oder kommentiert habe.

    Nun ja, jedenfalls ist für mich guter Kommunikationsfluss wichtig und folglich ein Auswahlkriterium. Wer sein Mund nicht aufbekommt, hat bei mir schlechte Karten, egal ob weiblich oder männlich.

    Tja, und die neue Welt muss erst mal aus der männlichen Welt und der weiblichen Welt zusammen neu entwickelt werden, denn momentan leben wir Frauen immer noch in einer Männerwelt.

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  41. PS.

    Und Letzteres ist für mich auch ein Knackpunkt. :)

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  42. Ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen, will aber noch meinen Senf hierzu abgeben:

    "Vor allem beim ONS, weil bei keinem Mann auf der Stirne steht - "ich kenne die Regeln der Kunst". Folglich bleibt keine Zeit um das herauszufinden, sondern nur rein in die Kiste oder eben nicht."
    Für mich entscheidet sich ob ich mit einer Person ins Bett gehe oder nicht beim küssen. Bis jetzt lag ich - fast immer - richtig damit ob ich mit der Person Spaß haben werde oder nicht.
    Das Problem, warum andere das eventuell nicht machen, hierbei ist: Scripte.
    Viele Menschen denken dass beim "casual" küssen automatisch auch das abschleppen kommt. Daher ist es schon passiert dass ich einen Typen geküsst habe, feststellte "Nee, der isses nicht" und höflich "Nein, danke" sagte. Und er daraufhin sauer wurde weil er sich bereits in meinem Bett gesehen hat.
    Nervig.
    Da ich mir vorstellen kann, dass auch viele Frauen diesen komischen Script im Kopf haben probieren sie vielleicht gar nicht aus ob ihnen ein Mann gefällt - weil sie denken "Oh Nein, wenn ich mich jetzt mit ihm in eine ruhige Ecke verkrümel und knutsche muss ich auch mit ihm in die Kiste - was wenn ich aber gar nicht auf ihn stehe?" Wenn sich die Mädels von diesem denken verabschieden würden käme es vielleicht zu mehr caual sex. Mh... das wäre geil :). (Vor allem wenn das mal jemand in der Lesbenszene etablieren würde.)

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  43. @Johannes:

    auch wenn du diese eigenschaften nicht an den tag legst - die durchschnittliche frau hat in ihrem leben schon gelernt, dass das, wie lucia sagt, eher die ausnahme als die regel ist. du stehst dann damit leider automatisch unter verdacht, den du als individuum dann erst mal loswerden musst.
    damit ist "sex als knappes gut - besonders fuer maenner" dann auch ein stueck weit eine selbsterfuellende prophezeiung.

    wie viele meiner vorrednerinnen bin ich ONS zB durchaus nicht abgeneigt, aber ich moechte vorher wissen, ob der besagte partner nicht verhaltensweisen und ansichten anhaengt, die ich widerlich finde - gockelgehabe, sexuelle prahlerei, eroberungsfetischismus, manipulationstaktiken um an sex zu kommen, latente misogynie. ich bin keine trophaee und wer mich als solche behandelt, macht sich damit unfickbar. zum einen weil ich so nicht behandelt werden will, zum anderen weil erfahrungsgemaess der sex mit solchen typen ganz schoen fad ist.

    das alles rauszufinden, geht aber fuer gewoehnlich leider nicht an einem einzelnen club-abend, weswegen ich auf solche abschleppaktionen meistens keine lust habe.

    ist also wohl auch ein problem des gesellschaftlichen klimas in dem wir gerade leben.

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  44. Hi!
    Ja, feiner Artikel, soweit war ich auch schon. Nur wie bringt mich das als Mann, dessen Oase an Freude und Charisma gerade versiegt, weiter??

    Ich kann bestätigen dass die Frauen einiges mehr interessiert waren während ich noch glücklich in Beziehung war... und jetzt? Jetzt ist es Arbeit, eine abzubekommen. In Deutschland scheint es sogar gerade beinahe unmöglich.

    Martin

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  45. "Je mehr ein Mann den Eindruck erweckt, auf der Suche zu sein, desto schwieriger wird es wahrscheinlich auch für ihn sein, eine Partnerin zu finden, die mit ihm ins Bett steigen will. Es muss nicht heißen, dass er ein schlechter Kerl ist, doch wird er den gewünschten Effekt nicht so leicht erreichen "

    Wäre nur noch zu fragen, ob dahinter nicht auch von Frauen internalisierte implizite Normen stehen, Männer "dürften" nicht "triebhaft", zumindest nicht offensichtlich "suchend" sein.
    Schließlich prägen Frauen darauf reagierend ein spezielles, eher "ablehndes" Verhalten aus, welches ebenso irgendwo fundieren muss.

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  46. Ich halte das fuer den Hauptgrund der Asymetrie:
    "Was nützt es mir, mit jedem Mann Sex haben zu können, wenn mich keiner anspricht? Nichts. Ich werde keinen Sex haben."

    Waehrend es fuer Maenner waere:
    "Alle 5 die ich heute abend angegraben habe, haben mir nach X Sekunden/Minuten/Stunden den Korb gegeben"

    Daher wird eine Frau von 5 nervigen Maennern angegraben, eine andere sitzt dafuer einsam in der Ecke.

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  47. super interessant :) .. also über einige der schlauen sachen, die hier gesagt wurden muss ich nochmal nachdenken, aber..

    @yellowbird:
    „eine andere sitzt dafuer einsam in der Ecke.“
    Das war etwas, worüber ich beim Lesen doch die ganze Zeit nachdenken musste. Ich habe bei meinen heterosexuellen Freundinnen überhaupt nicht das Gefühl, dass alle von denen so super viel Auswahl haben ständig. Ehrlich gesagt hätten die meisten von denen gerne öfters mal nen attraktiven Typen einfach nur zu ficken.

    Aber darüber, dass man keinen abbekommt, redet man halt nicht so gerne (egal, ob m oder w). - ich denke speziell als Frau. Vor allem wenn man sich aufrafft und mal nicht in der Ecke sitzt, sondern den Typer ihrer Wahl anspricht.. und ne Abführ kriegt. das ist für Frauen schon härter, als für Männer, denk ich. Ich glaube Frauen (die nicht so selbstbewusst sind, wie die, die hier schreiben) haben in so einer Situation schneller das Gefühl, sich erniedrigt zu haben. –weil sie auch lieber hätten, dass Männer um sie balzen, was sie halt nicht tuen. und diejenige, an die ich speziell grad denke, ist nicht mal unattraktiv :) im gegenteil.

    gibt es nicht auch so ein phänomen, von männer-machtkampf, dass man unbedingt (vileicht unbewusst) auf ner party unbedingt die frau abschleppen will, die alle anderen auch haben wollen. anstatt mal herauszufinden, ob man mit der (einsamen) frau, die einen ein bisschen breiteren arsch hat noch tollere erotische erlebnisse haben kann..

    Und das bringt mich direkt zu dem, was ich eigentlich sagen wollte: In der sexistischen Gesellschaft in der wir nun mal leben, sind Frauen halt viel krasser den Schönheitsidealen ausgeliefert als Männer. Jung und schlank soll die Frau sein.. und der Mann. Nicht grade alt und dick, aber ..es ist halt nicht soo wichtig. – und dieses unterdrückerische Schönheitsideal :D .. könnte zu einigem beitragen, was ihr „Asymetrie“ nennt. Und zwar von beiden Seiten.. eingeengte Sicht einerseits(m) – übertriebene Unsicherheit(w) andererseits.

    und zum Abschluss:
    Ich bin noch total durch wegen der Silvesterparty, deshalb weiß ich nicht, ob ich grad nur blöde in der Birne bin.. aber. Ich glaube, neben den vielen anderen (sexistischen)Faktoren könnte das auch ein Aspekt sein. zumindest einer, der etwas unterbelichtet war, in der Diskussion. ist ja auch total schön, wenn Frau dieses Problem nicht hat.. aber ich finde grade als Feministin (seit ihr doch, oder?) sollte man sowas reflektieren, anstatt so zu tun, als ob Frauen ständig die Wahl hätten.. und einfach nur viel zu Tiefgründig währen für all die Männer.. was n Bullshit..
    naja..

    @ „neue Welt“
    Bis sich Menschen mit Pimmel und Möse beim Sex als gleich behandeln, wir es noch eine Weile dauern. Aber unsere Enkel werden bestimmt den Sex haben, der so gut ist, dass wir ihn uns ihn nie erträumen könnten..(ich darf rumsülzen, weil das mein allererster blog eintrag ist:) )

    süße traume ;)

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  48. @Mademoiselle:
    "Zudem mag ich es, mir die Männer auszusuchen. Ich mag es nicht, angesprochen zu werden, fühle mich dadurch sofort bedrängt. Würde die Person mich reizen, hätte ich sie vielleicht auch schon angesprochen."

    Meiner persönlichen Erfahrung nach bist du mit dieser Einstellung aber Teil einer Minderheit. Ich könnte mir denken, dass dieses übermäßige Frauen-Ansprechen-Phänomen vieler Männer auch daher rührt, dass mann sich denkt: "Die Frauen sprechen einen ja eh nicht an", weil man das immer so erlebt.
    Nun haben wir ein Henne-Ei-Problem, denn das wiederum könnte auch gut daran liegen, dass die Frauen von den inflationären Annäherungsversuchen der Männern schon genervt genug sind - wie du ja auch andeutungsweise schreibst.
    À la: "Wenn die Ladies nicht zum Propheten kommen, dann geht der Prophet halt zu den Ladies."

    Schlussendlich möchte ich aber gerne die Klischeekiste schließen (und ja, mir ist bewusst, dass jedes Klischee seinen Ursprung bzw. seine Abbildung in der Realität hat) und dafür plädieren, dass man derlei Dinge viel weniger forciert. Mir persönlich geht dieser Nach-der-Disco-wen-mit-nach-hause-nehmen-Quatsch ziemlich gegen den Strich. Wie Mademoiselle ja auch schon an anderer Stelle schrieb, ist Sex auch immer irgendwo Kommunikation - im Optimalfall geht es nicht um reine Triebbefriedigung, sondern darum, sich gegenseitig etwas Gutes zu tun, etwas Schönes zusammen zu erleben. Und daran liegt mir nur bei Menschen etwas, denen ich zumindest eine gewisse Sympathie entgegenbringe. Ich lerne Menschen gerne auf freundschaftlicher Ebene kennen (das kann meinetwegen auch in einer Disco sein, obwohl ich mich da eher selten aufhalte, weil arg unkommunikativ), entwickele Interesse für die Person, und wenn sich dann obendrein noch gibt, dass man sich gegenseitig attraktiv findet, dann darf's eben auch gerne ein intensiverer physischer Kontakt sein.
    Wichtig finde ich, all dies nicht erzwingen zu wollen, und einen Korb nicht als persönlichen Angriff zu werten - sprich, die ganze Chose entspannt anzugehen.
    Und mir fällt gerade auf, dass ich damit ja sowieso den Tenor des Beitrags aufgreife. Also sagen wir einfach mal: Uneingeschränkte Zustimmung, Mademoiselle! :)

    Herzlichst
    ein dir sehr wohlgesinnter neuer Leser

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    1. Hallo WheeeLlama!

      Freut mich, einen neuen Leser gewonnen zu haben! Und schön auch, dass Du Dich nochmal diesem etwas älteren aber nicht unaktuellem Artikel gewidmet hast. :-)

      Ich glaube, ich werde auf das von Dir hier hervorgehobene Thema mit dem Ansprechen nochmal in einem neuen Artikel eingehen. :-)

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