Donnerstag, 1. März 2012

Gegen Frust auf der Waage hilft:

 keine Waage

Gestern habe ich mich gewogen. Das erste Mal seit mindestens 4 Monaten. Ich selbst besitze so etwas wie eine Waage nicht und bin da recht froh drüber. Ich finde, dass Waagen ein Kontrollmechanismus sind, der mich nicht wirklich zufrieden stimmt. Wenn ich mich mit dem, was ich an mir habe wohl fühle, muss ich nicht wissen, was dieser Luxuskörper auf Kilogramm und Gramm reduziert darstellt. Was wird da eigentlich gemessen? Das Gewicht. Na bravo. Was sagt das schon aus über eine Person? 

Eine gewisse Anzahl von Kilogramm auf eine bestimmte Körpergröße modelliert machen einen Menschen noch nicht attraktiv. Weder körperlich, weder geistlich, noch in sonst irgendeiner Form in der man sich Attraktivität ausmalen mag.

Eine gewisse Anzahl von Kilogramm auf eine bestimmte Körpergröße modelliert machen einen Menschen noch nicht glücklich. Mein Gott! Wie viele Personen kennen wir denn bitte, die wirklich unzufrieden mit ihrem Körper sind und wo wir uns nur ein gewisser Neid oder im besseren Fall Bewunderung für den Körper des Gegenübers übrig bleibt?

Als ich gestern, nach mindestens 4 Monaten, wie gesagt, zum ersten Mal wieder auf die Waage blickte, war ich ein wenig überrascht. Darüber, dass sich in meinem Gewicht seit dem letzten Mal nichts geändert hatte. Darüber, wie unbefangen ich gelebt habe, ohne jeden Abend und jeden Morgen eine Bilanz über mein Essverhalten gezogen zu haben. 

Darüber, wie schön es ist, auch mal Exzesse zu haben, sich Pizza zu bestellen, zu viel süßen, dickflüssigen, cremigen Likör zu trinken, den Heisshunger auf Currywurst und Pommes, Eiscreme, Erdbeerschnitte, Mojito, gebackenem Hühnchen mit Erdnusssauce, Muffins, Brownies und all den anderen so genannten "Dickmachern" zu stillen, ohne sich gedanken darüber zu machen, was die Waage am nächsten Tag dazu sagt. 

Ich weiß nämlich genau dass ich, wenn ich eine Waage hätte gar nicht anders könnte, als mich drauf zu stellen und mich regelmäßig schlecht und bang zu fühlen, ob der Unsicherheit des möglichen Ergebnises, ob der "Sünden", die ich mir "erlaubt" habe. Als gäbe es nichts schöneres, nichts wichtigeres, als sich um diese im Grunde genommen doch tierisch aussagslosen Zahlen zu kümmern. Sie sagen nichts über mich aus. 

Kommentare:

  1. red dir das nur weiter ein, specki.

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    1. Ironie? Lässt sonst Schlüsse darauf zu, was einige Personen über andere Personen denken, die über Gewicht in relativierender Form schreiben. Muss ich mir merken.

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    2. bist doch nur neidisch, dass sie da so drüber stehen kann.

      Hab mich beim letzten Mal übrigens über die Zahl gefreut, hab nämlich endlich mal ein paar Kilo zugenommen, will min. 60kg wiegen.

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    3. ich dachte schweine sind erst mit 100 kg schlachtreif.

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  2. Wie wohl Du Dich in deinem Körper fühlst - darüber sagt die Waage nicht viel aus.

    Für wie sexy und begehrenswert Du Deinen Körper hältst - darüber sagt die Waage überhaupt nichts aus.

    Wie nah Du an Diabetes und Herzinfarkt bist - darüber schon etwas mehr...

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    1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    2. Um zu wissen, wie nahe ich Diabetes und Herzinfarkt stehe, brauche ich keine Waage, sondern ein gesundes Körpergefühl. Massives Übergewicht bekommt man problemfrei auch ohne mit. Und enstpannt sein, sich und seinen Körper lieben ohne sich zu kasteien ist deutlich gesünder, als sklavisch zu denken "bei Kilo xy hab ich ein höheres Risiko für Herzinfarkt". Stress erhöht gesundheitlich Risiken mehr, als gelegentliche Genüsse.

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  3. Sicher kennst du schon Anke Gröners Nudeldicke Deern. oder? Wenn nicht: lesen, kaufen, verlieben :)
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