Samstag, 26. Januar 2013

Eine fabelhafte Phänomenologie der Liebe

Der folgende Beitrag stellt lediglich eine Aneinanderreihung von Gedanken dar. Er erhebt weder Anspruch auf sachliche und definitorische Korrektheit noch Vollständigkeit. Wenn er zum Nachdenken anregt und andere Sichtweisen oder Ergänzungen hervor bringt, ist das sehr begrüßenswert.


Die unerwiderte Liebe ist die kleine, bemitleidete, beschämte und auch ein wenig gefürchtete Schwester der großen Liebe. Niemand will mit ihr etwas zu tun haben. Es wäre besser, es würde sie nicht geben, darin sind sich alle einig. Sie ist eine tragische Gestalt, die unerwiderte Liebe. In ihrer Entstelltheit bildet sie den krassen Kontrast zu ihrer großen Schwester. Und sie führt den romantisch veranlagten BetrachterInnen vor Augen, dass es eben schief gehen kann, mit der großen Liebe. Dass Liebe auch eine Schieflage haben kann. Das passt einfach nicht zu dem Ideal, welches die BetrachterInnen  von der Liebe haben. Die unerwiderte Liebe ist einfach keine schöne Liebe. Sie ist nicht schön anzusehen und sich in sie hinein zu versetzen, fühlt sich nicht gut an. Oftmals tut sie sogar weh.

Die große Liebe


Dass die große Liebe auch manchmal garstig sein kann, wird oft nicht gesehen. Ich glaube, sie hat sich über die Jahrhunderte hinweg mit vielen bekannten SchriftstellInnen eingelassen, sich gekonnt in Szene gesetzt und ihr Image auf hervorragende Art und Weise gepflegt. Sie ist eine schillernde Muse – schon immer ein großer Popstar gewesen. Dass sie dabei eben auch noch eine Diva ist und das Maß des Gesunden mit stetiger Regelmäßigkeit überschreitet, das macht sie beim Volk nicht unbeliebter. Im Gegenteil. Dass Menschen bereit sind, für sie, die große Liebe zu sterben, zum Beispiel,  macht sie – so verrückt es auch klingen mag – sogar noch unwiderstehlicher. 

Eine gewisse Geltungssucht wohnt ihr inne. So wie allen Diven. Sie stellt andere Familienmitglieder und Freunde gerne in den Schatten. Sie ist die Nummer eins. Die platonische Liebe stinkt ab, sie ist langweilig und nicht so leidenschaftlich. Und zu verkopft. Das macht sie nicht so bühnenreif. Ihr fehlt es an Romantik und an Leidenschaft. Die unerwiderte Liebe ist ein trauriges und unscheinbares Mauerblümchen. Das hat zwar ihren Charakter geprägt, aber es fehlt ihr an Charisma.  Die erotische Liebe wiederum hat viele Anhänger, ist so richtig begehrt aber auch nur mit der großen Liebe zusammen. An der erotischen Liebe alleine haftet noch zu viel Anrüchiges. Oft wird sie auch verschmäht, wenn die Große ankommt und durch diese ersetzt. Oder sie darf weiter mitspielen – als Beiwerk zu der großen Liebe. 

Die Freunde der großen Liebe sind zweifelhafte Rockstars wie der Zorn und der Hass. Zwischen ihnen steht die Leidenschaft. Mit dieser hat die große Liebe oft ein Stelldichein. Mit dem Zorn und dem Hass auch. Manchmal feiern sie die reinsten Orgien, alle miteinander. 

Doch die große Liebe hat viele Freunde und viele Fans. Sie ist gefällig und glamourös. Sie verheißt ewiges Glück. Und sie hat viele Talente. Ihr Charisma ist außerordentlich, ebenso ihre rhetorischen Fähigkeiten. Wenn sie den Mund öffnet und ihre Worte diesen verlassen, ihre schöne Stimme den Raum mit Engelszungen erfüllt, fliegen ihr die Herzen zu. 

Eine Freundin teilt sie sich mit ihrer kleinen Schwester. Und zwar die Selbstlosigkeit. Dabei hat die Selbstlosigkeit mit der unerwiderten Liebe ein wesentlich engeres, bzw. ein beständigeres Verhältnis. Die große Liebe ist eben eine Diva und als solche schon mal recht impulshaft und unbeständig. Da kann es geschehen, dass sie sich urplötzlich von der Selbstlosigkeit abwendet und sich mit deren Rivalin, der Selbstsucht einlässt. Meistens endet das dann im Drama. Doch gerade das Drama ist die größte Bühne der großen Liebe. Auch die Leidenschaft, der Zorn und der Hass führen sie öfter an diesen Schauplatz.

Doch die Selbstlosigkeit ist nicht nachtragend und sehr geduldig und nimmt sie immer wieder gerne zurück. Sie freut sich, wenn die große Liebe ihre ruhigen Momente hat, sich rückbesinnt und  begreift, dass sie nicht die Sonne ist, um die alles kreist. Dass sie im Grunde genommen nur wirklich wirken kann, wenn sie für andere da ist. Dass geben und nehmen sich eben gegenseitig bedingen.

Die unerwiderte Liebe


Bei all diesem Sinnieren um die große Liebe, ist sie wieder in den Schatten geraten, die Unerwiderte. Ich frage mich, ob dieser eine Art Fluch anlastet. Denn wie es scheint, macht sie alle unglücklich, die mit ihr in Berührung kommen. Auch sie ist oft Muse von allerlei KünstlerInnen. Doch deren Werke sind weniger schillernd, weniger Dur, mehr Moll, mehr Melancholie, Trauer, Düsternis, Selbstmord. Tragik. Kein Wunder, das sich freiwillig niemand mit ihr einlassen möchte. 

Ich glaube, oft wird ihr auch Unrecht getan. Sie leidet unter der Verherrlichung und Vermarktung ihrer großen Schwester. Weil sich die meisten nicht trauen sie anzusehen – immerhin könnte sie Unglück bringen – bemerken sie nicht, dass sie so entstellt und hässlich gar nicht ist. Auch ist der Kummer nicht ihr ständiger Begleiter. Er ist schon recht anhänglich und sie harmonieren gut miteinander, aber sie sind nicht unweigerlich aneinander gebunden. Nein, die unerwiderte Liebe kennt auch die Freude und die Leidenschaft. Einen guten Draht hat sie auch zur Hoffnung. Allerdings enttäuscht diese sie auch öfter. Die unerwiderte Liebe täte gut daran, sich nicht auf sie zu verlassen. Aber die Selbstlosigkeit, die kann ihr viel Stärke geben – und ist zudem ein ziemlich gutes Argument.

Wie gesagt: Die unerwiderte Liebe ist schüchtern und unscheinbar.  Ein Mauerblümchen, ein Nachtschattengewächs. Sie zeigt sich nicht gerne offen und verhüllt sich lieber. Sie hat Komplexe, was bei so einer großen Schwester auch nicht wundert. Gerne wäre sie schön und merkt dabei nicht, dass sie es eigentlich schon ist. Denn dafür ihr fehlt die Bestätigung der Betrachter, die Angst davor haben, sie anzublicken. Und denen, die sich auf sie einlassen, ist sie eine Enttäuschung, weil sie eigentlich ihre große Schwester erwartet haben. Von weitem sehen sie sich nämlich recht ähnlich.
Würde die unerwiderte Liebe nicht im Schatten ihrer Schwester stehen und sich selbst auch etwas mehr zutrauen, dann müsste sie nicht zwangsläufig ins Unglück stürzen. Worunter sie besonders leidet, das ist der ständige Vergleich, dem sie ausgesetzt ist. Verdammt noch mal! Sie ist anders, als ihre Schwester! Sie ist keine schillernde Diva. Dafür aber auch nicht so abhängig von Bewunderung. Und so abhängig von Erwiderung. Nein, sie ist wesentlich selbstständiger. Sie kann für sich stehen. Autark sein. Mit der Selbstlosigkeit zusammen ein unschlagbares Team bilden. Außerdem ist sie ein Mädchen mit Charakter und Tiefgang.

Gefahr läuft sie allerdings, wenn sie sich mit der Sehnsucht einlässt. Die Sehnsucht ist eine besonders gefährliche Sadistin. Sie ist sehr verlockend und verführerisch, weil sie sich gerne mit der Hoffnung verbündet und hervorragend massieren kann. Wenn die Sehnsucht die unerwiderte Liebe berührt, fühlt sich das im ersten Augenblick sehr gut an. Und sie will mehr davon. Mit steigender Intensität allerdings, fängt die Sehnsucht an, weh zu tun. Sie mag es, das Stöhnen zu hören, sie mag es fester zu zupacken und immer ein bisschen mehr zu geben als das, was man ertragen kann. Dabei versteht sie sich so gut darauf, sehr schmerzhafte Impulse mit unglaublich angenehmen zu kombinieren, sodass die unerwiderte Liebe und alle anderen, die der Sehnsucht verfallen sind, den Schmerz dankbar in Kauf nehmen für die Empfindungen, die sie einem nebenbei angedeihen lässt. Da die unerwiderte Liebe ihrerseits eine masochistische Ader hat, sonst hätte sie schon längst kapiert, dass die Sehnsucht ihr nicht gut tut, lässt sie sich immer wieder auf diese ein. Und wer die Sehnsucht schon mal erlebt hat, kann es ihr noch nicht einmal verübeln. 

Während die große Liebe die umschwärmte ist, vermag es die Unerwiderte, zu schwärmen. Die Selbstlosigkeit unterstützt sie tatkräftig. An der Selbstlosigkeit liegt es aber auch, da sie so selbstlos ist, die unerwiderte Liebe darauf hinzuweisen, dass sie sich selbst nicht vergessen darf und sich auch und vor allem um ihr eigenes Wohlergehen kümmern muss. Weder in der Selbstlosigkeit noch in der Sehnsucht darf sie sich verlieren, sonst wird sie tatsächlich unglücklich.
Vielleicht könnte sie abschließen, mit einem Bewertungssystem, welches ihre große Schwester hyped, dabei deren Schattenseiten entweder nicht erwähnt oder romantisiert und sie selber als minderwertig darstellt.

 Sie könnte sich möglicher Weise emanzipieren von all diesen Dogmen und Vorstellungen, die sie bemitleiden und befürchten, weil sie doch in gewisser Weise eine entstellte Liebe sei, weil zur richtigen Liebe doch angeblich immer zwei gehören. Die Erwiderung alle Male. Von der Selbstlosigkeit und der Leidenschaft angefeuert und von Rationalität begleitet könnte sie sich kämpferisch zeigen und für ihre Legitimation und Akzeptanz eintreten. Sich von ihrer großen Schwester und deren ganzen Merchandising-Apparat loslösen und für sich selbst stehen. Sich selber nicht bemitleiden dafür, dass sie nicht ihre große Schwester ist. Sie könnte vielleicht mit der platonischen und erotischen Liebe fusionieren und dadurch zu mehr Kraft und Stärke kommen. Wahrscheinlich wären das auch die besseren Freunde, als der Kummer, die Sehnsucht und die Hoffnung.

Kommentare:

  1. Sehr schön.
    Vielleicht noch ein paar andere Verwandte?

    Die zweckdienliche Liebe
    Als schwarzes Schaf fast immer geleugnet und versteckt doch eine über Jahrhunderte vorherrschende Protagonistin. Ein Selbstschutz der Seele um mit Verheiratung gegen den Willen oder zu mindest ohne eigene Entscheidungsbefugnis umzugehen. Sie steht in dauernder Allianz mit dem Pragmatismus, mit der fiesen Realität. Sie ist mit der Ohnmacht per "du" und kann Rechnen, Lesen und Schreiben.

    Oder die Hassliebe
    Als widerspruchsvoll verschrieen, ist sie meines Erachtens doch besonders ehrlich. Und gerade Aufgrund ihrer ausgeprägten Widersprüchlichkeit beherbergt sie ein ausgezeichnetes Entwicklungspotential. Sie nutzt den Zwang sich zu Messen sich aneinander zu Reiben sich zu Kontrollieren und zu übertrumpfen. Das gibt dem Einen/der Einen aber auch die Verantwortung für die Andere/den Anderen.

    Ein fast völlig unbeschriebenes Blatt ist eine Liebe, die es auch millionenfach gibt auf der Welt und trotzdem noch nicht einmal über einen Namen hat. Sie kann sich auch nicht allen Menschen offenbaren und versuchte sie es wäre es für sie vielleicht der Todesstoß. Sie muss von der platonischen Liebe abstammen. Sie lässt vieleicht der großen Liebe oder der erotischen Liebe einen Platz an ihrer Seite aber sie ist nicht durch sie austauschbar. Es ist die Liebe zwischen denen, die im Kampf vereint sind. Im Verband zusammenstehen gegen vorherrschende Verhältnisse oder solche die als ankommende Bedrohung wahrgenommen werden. Diese Liebe ohne Namen ist eine ausgezeichnete Köchin für Hirnnahrung, sie versohlt dir regelmäßig den Hintern (und dabei gibt es in der Regel kein lustvolles empfinden), diese Liebe baut Brücken nicht aus Holz oder Stahl, sondern direkt aus Titan.

    Wie groß mag diese Familie wohl sein?

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