Montag, 13. Januar 2014

Der ultimative Sextipp #1: Sich Zeit lassen, sich Zeit nehmen

Ich halte ja nichts von Sextipps. Also im Sinne von Ratgebern, in denen Techniken, Strategien und Handgriffe vermittelt werden - und gute Adressen, bei denen wir uns Werkzeug und Requisiten kaufen können. Es ist ja nicht so, als wenn ich sowas nicht selbst schonmal gemacht hätte. Aber ich denke nicht, dass Sex in irgend einer Form durch Handgriffe und Zubehör besser wird. Besser - das heißt für mich: glücklich machend und befriedigend - wird's meinem gesammelten Erkenntnisstand aufgrund der Einstellung, Attitüde, grundsätzliche Herangehensweise an den Sex. An dieser Stelle würde ich meiner Erfahrung nach Unterschiede hinsichtlich der Qualität meiner sexuellen Begegnungen treffen. Und Möglichkeiten, anzusetzen, besser zu werden. (Entschuldigt bitte die zum Teil ironischen oder albernen Zwischenüberschriften, aber ich finde es ein bisschen skurril, so etwas wie Sextipps zu geben - eigentlich sind es ja viel mehr persönliche Eindrücke und ich habe gerade Freude daran, die Art von Ratgebern durch den Kakao zu ziehen.)

Sich Zeit lassen, sich Zeit nehmen

Das ist für mich extremst wichtig. Und extremst befriedigend. Glücklich macht mich das auch. "Sich Zeit lassen" ist ein Tipp, der sich kostengünstig umsetzen lässt, manchmal will er ein wenig geplant sein. "Sich Zeit lassen" heißt immerhin auch, sich Zeit nehmen. Das ist manchmal nicht so praktikabel. Dann kann der Sex auch gut sein. Aber mich zumindest würden immer nur Quickies - und Quickies heißen für mich: Geschlechtsverkehr ohne das sogenannte Vorspiel, ohne ein Nachspiel, für mich eben auch ohne Orgasmus, weil ich kein vaginaler Typ bin - nicht befriedigen.
Also sich Zeit nehmen: Am besten den ganzen Tag oder gleich zwei Tage. Aber man muss es auch nicht übertreiben. Ist ja möglicher Weise auch eine Typ-Frage. Ein paar Stunden sollten es aber schon sein. So kann man sich unterhalten, smooth in den Sex einsteigen, Orgasmen genießen und ausklingen lassen, Quatschen, Pausen machen und wenn der Redefluss abgeklungen ist über Küssen wieder warm werden, sich anregen lassen durch die Erregung des Gegenüber. Die Reihenfolge und Wiederholungsrate lässt sich natürlich situationsabhängig variieren.

(Das finde ich zumindest immer großartig: Mich auf mein Gegenüber einzulassen, wenn diese/r gerade erregt ist. Diese Erregung auf mich einwirken zu lassen, sie zu beobachten und auf mich einzulassen. Den Blick auf das Gesicht richten, die Augen, den Mund, die Brauen, insgesamt die Mimik. Darauf zu achten, wie mein Gegenüber atmet. Wie sich das anhört, ob ich den Atem vielleicht sogar selbst auf meiner Haut spüren kann. Wie sich die Brust hebt und senkt. Um nur ein paar der sinnlichen Kleinigkeiten aufzuzählen. Zeit gehört für mich definitiv dazu.)

"Quality-Time" heißt Entspannung


Wenn ich mir wirklich für Sex Zeit nehme, mich verabrede dafür und wir wissen, dass unsere gemeinsame Zeit dem Sex gewidmet ist (ob wir sie dann tatsächlich komplett sexuell nutzen ist ja uns überlassen), kann ich mich gut entspannen. Es ist Zeit die ich mir eingeräumt habe, sie auf eine Art zu nutzen, die mir gut tut. In der ich abschalten kann, in der ich meine Sinne, meine Lust und meine Freude in den Mittelpunkt stelle. (Stichwort: "Quality-Time". Oh Gott. Habe ich ich das wirklich geschrieben?)

Wenn ich entspannt bin, denke ich weniger an Dinge, die ich noch erledigen müsste, oder die gerade ein anderer Stressfaktor in meinem Leben sind. Ich bin einfach im Präsens, im Hier und Jetzt und ganz bei mir. Und bei Dir vielleicht auch. Aber eigentlich sind wir immer, wenn überhaupt, bei uns.

Sich Zeit lassen heißt für mich auch nichts zu überstürzen und auch nicht alles auf einmal zu machen.

Nichts zu überstürzen kann eine grundsätzliche Einstellung sein: Nicht versuchen Dinge zu tun, zu denen ich noch nicht bereit bin - sei es insgesamt oder mit der Person. Die andere Seite ist eben auch möglicherweise zu merken - mit der Zeit eben, dass Analsex beispielsweise etwas ist, worauf man sich nun gerne einlassen möchte. Wozu man vorher aber noch nicht die Bereitschaft hatte. Weil man die Entscheidung getroffen hat, sich nicht weiter durch die Entspannungstipps für schmerzfreien Analsex zu quälen oder zu gucken, ob man nicht doch noch einen etwas kleineren Plug findet, für den Einstieg (und nachher ein ganzes Set besitzt, bestehend 10 verschiedenen Größen, bei denen man über die ersten drei durch krampfhaftes "Trainieren" (Dehnen) niemals hinaus kommen wird.

In der Ruhe liegt die Kraft


Bei Hektik habe ich oft den Eindruck, dass versucht wird möglichst auf einmal zu zeigen, was man alles kennt und kann. Mich überfordert das immer. Hektik bedeutet bei mir, dass ich mich überhaupt nicht auf meine Empfindungen einlassen kann. Vielleicht bin ich etwas langsam. Aber ich brauche mehr Ruhe. Ok, das heißt nicht unbedingt Langsamkeit, sondern wieder eher das "Gefühl", den Eindruck, dass mein Gegenüber sich für mich Zeit lässt. Dass es nicht lästig ist, X mit mir zu tun, sondern Spaß macht und nicht ein Punkt auf der Check-List, der darauf wartet, abgehakt zu werden, damit man endlich zum Ficken kommt. Dann lieber gleich ficken.

Bei Hektik steht oft auch wieder so eine Technik-Geschichte im Vordergrund, beziehungsweise die vermeintliche Notwendigkeit auf den Tisch zu knallen, wie versiert man ist. Ich finde es gut, die Praktiken beim Sex zu variieren. Aber bedürfnisorientiert und nicht aus Angst als Langweiler_in dazustehen und sich einem Performancedruck hinzugeben. (Performancedruck ist schlimm, lässt sich aber auch [mit der Zeit] überwinden. Ich hatte den selbst in jüngeren Jahren [haha...] weil ich dachte das offensive Zurschaustellen sexuellen Kennens und Könnens in "entscheidenden Momenten" würde mich erwachsener, ergo reifer, machen.) Also Stellungen zu wechseln finde ich nervig, wenn es mit Unterbrechungen einher geht, die sich als solche anfühlen, wenns ein Automatismus ist, oder gar die Akrobatik oder Muskelkraft im Vordergrund steht.

Gerade beim Geschlechtsverkehr finde ich, dass dieser für sich genommen schon genügend "Programm" ist. Da muss nicht noch dieses und jenes kommen und fünf Stellungen. Diese können auch Spaß machen, aber eben zu einem späteren Zeitpunkt. Oder explizit intendiert. Wenn ich zum Beispiel merke, dass mein Partner große Freude daran hat, mich übers Bett zu scheuchen und zugleich wieder einzufangen, dann ist es in Ordnung. Sogar sehr schön und gut! Aber die Motivation ist eben eine andere, und die spüre ich. Ich merke es, ob Techniken und Praktiken initiiert werden, weil eigener Genuss mit ihnen Verbunden ist, weil sie einfach als dazu-gehörend/jetzt angebracht empfunden werden oder der Wunsch zu Gefallen im Vordergrund steht.

Aber an dieser Stelle möchte ich innehalten und einfach beim nächsten "Sextipp" weiter machen, wenn es dann heißt:
Präsenz im Bett (oder wo man auch immer Sex haben mag).

Kommentare:

  1. Ich halte normalerweise auch nicht viel von Sex Tipps. Zuviel und zu oft wird vom grünen Tisch aus geratschlagt. Aber das gefällt mir! Ganz nach meinem Geschmack! First-Class-Escort eben und kein Schnell, Schnell! Liebe Grüße!

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  2. Ich habe mich mit 18 sterilisieren lassen .Esure-Methode..Ab 18 erlaubt.Libido ist super.Mein jetziger Partner liebt Cunnilingus,Fellatio&Vibrator .Wir lassen uns viel Zeit beim GV.Sehr potenter Lover.Beschnitten,sterilisiert.

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